Posts mit dem Label Jürgen Deibel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jürgen Deibel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 29. November 2013

The Glenlivet - Das Tasting (updated)

Im dritten (und letzten) Teil von whatadrink!s The Glenlivet-Serie darf ich vom gestrigen Tasting im Münchner Reichenbach inkl. der Wahl des nächsten Guardians' Chapter-Bottlings berichten. Keine Sorge - ich halte mich kurz.
 

Geredet hat - und das sehr ausführlich und wie immer kompetent - beim exklusiven Tastingabend schließlich schon Jürgen Deibel. Neben ein paar Fakten und Ausführungen zur Geschichte von Marke und Destillerie ging es vor allem um die sensorische Dekonstruktion der Glenlivetschen DNA anhand der Standardabfüllung - dem 12 Years Old. Das ist im besten Sinne des Wortes ein easy All-Time-Malt, dessen Qualität man aber zunächst zur Kenntnis nehmen muss, wenn man sich richtig vorbereitet den drei vorgeschlagenen Expressions widmen möchte, die - wenig einfallsreich, aber durchaus global verständlich - mit Classic, Revival und Exotic betitelt wurden. Die Erklärungen dazu lieferte widerum Meister Deibel und unter dessen Leitung analysierten die anwesenden knapp über 20 Experten die Eigenschaften und Besonderheiten der drei auf einheitliche 48,7% Vol. eingestellten Drams (offizielle Tastingnotes auf deutsch finden Sie hier).

Mir persönlich hatte der Classic (Untertitel: timeless sweet style) - offenbar mit (Oloroso)Sherryfasseinfluss - am besten gefallen. Ausschlaggebend war sein langes, rundes Finish. Gewinner des Abends war jedoch deutlich der würzige Exotic. Aber ich habe noch Hoffnung, da die Votes aus insgesamt 19 Schlüsselmärkten eingeholt, dann nach Gewichtung ausgewertet werden und schon die Ergebnisse aus vier Wahlgängen in Frankfurt, Hamburg und München nicht gleichlautend waren. Das Ergebnis soll schon im Februar 2014 in der Flasche stecken und auf 2.000 Cases - sprich 24.000 Flaschen - weltweit limitiert sein. Sie meinen, das sei eine ganze Menge? Nun, bei rund 11 Millionen Flaschen, die von The Glenlivet allein in 2012 produziert wurden, ist das weniger als die Abfüllmenge eines Werktages.

Abgeschlossen wurde der Abend mit mit food-gepairten Häppchen und einem ordentlichen The Glenlivet-Whisky Sour. Cheerio!

Update: "Gewinner" der Wahl wurde die Exotic-Variante mit 39% der Stimmen.

Montag, 25. Februar 2013

Finest Spirits 2013 im Zeichen des Rums

Am letzten Wochenende fand in Münchens MVG-Museum das "Finest Spirits"-Festival statt. Die Veranstaltung, die 2011 noch den Untertitel "Munich Whisky & Bar Festival" trug und damit Bezug auf ihre Abstammung als reinrassiges Whiskyfest nahm, hat sich zur größten Consumer- und Lifestylemesse ihrer Art in Deutschland gemausert.
Während nach meinen Beobachtungen am Freitag ein Zuwachs an Besuchern zu verzeichnen war und die Location am Samstag fast aus den Nähten platzte, war die Lage am Sonntag direkt entspannt. Das begleitende Vortragsprogramm war wieder sehr erlesen und vielleicht kann der Veranstalter an diesem Punkt ansetzen und für eine "Entzerrung" sorgen, da doch einige Highlights am Samstag geballt anstanden.

Der verwendete Slogan "Alles rund um Whisky, Wodka, Gin und Genuß" zeigt zwar die längst erfolgte Erweiterung hin zu weißen Spirituosen, geht aber natürlich längst nicht weit genug. Renommierte Obstbrenner (mit und ohne Whiskyproduktion) aus nah und fern gaben sich ebenso ein Stelldichein wie Käseaffineur, Schokoladenmanufakturen, Eismann (natürlich mit hochprozentigen Kreationen), Bourbon-Mike, Fassmacher und Rumhändler. 

Letztere waren dieses Jahr besonders stark vertreten. Der Sektor "Rum" wächst in Deutschland erfreulicherweise. Wenn auch nicht schnell, so doch stetig. So war das Traditionshaus "Charles Hosie" mit den ersten beiden Abfüllungen seiner neuen "Hauslinie" vertreten, die ausgezeichneten Rums aus der "Plantation"-Serie von "Cognac Ferrand" gab es zu verkosten, wie auch die ganze Palette von "Zacapa" aus Guatemala oder von  "Centenario" aus Costa Rica, die brandneuen Single Cask-Rums von "Isla Del Ron / Malts Of Scotland" (mehr dazu folgt), der "Whisky Agency" (Jamaica 35y!) und von der "Scotch Malt Whisky Society". Die letzteren drei sind als erstklassige Whiskybottler bekannt und versuchen sich neuerdings mit Toprums in Faßstärke, unfiltriert und ungefärbt. Das ist echter Rum. Ein Ausrufezeichen. 
Das setzte auch Germanys Rum Ambassador und Chef des "German Rum Festivals" Dirk Becker aus Berlin, der nicht nur ein Tasting leitete, sondern in seinem Festivalshop "Rum Depot" auch ein Highlight der Messe feilbot: "Blue Mauritius", ein in frischen Portweinfässern gereifter Rum, der aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft hergestellt wird und den Connaisseur mit einem Spiel zwischen Bananasplit und kurzgereiftem Rhum Agricole einfängt. Der Rum sorgte sogar bei Facebook zwischenzeitlich für Furore ("München liebt Blue Mauritius"). Gut so.
Whisky gab es auch. Und nicht zu wenig. Besonders interessant waren die Brandneuen, wie z.B. die Sherryexpressions von "Slyrs" und die hochgelobten Taiwanesen von "Kavalan" (Bericht folgt). Aber auch die Alten, wie sie von "Raritäten Langer" oder den Freaks von "Slowdrink" / "Munich Spirits" um Pit Krause in erschwinglichen Drams verkauft wurden (Stichwort: Monster Malts).

Ins Detail in Sachen Whisky ging der in allen Spirituosengattungen bewanderte Guru Jürgen Deibel. Er präsentierte zusammen mit Lorenzo Garcia von "Bodegas Tradicion" zwei 1999er "Glengoyne" Single Malts, die nach Reifung im Ex-Bourbonfass ein Finish im Palo Cortado- bzw. Pedro Ximenez-Sherryfass erhielten. Das ist nichts besonders? Moment! Die Sherryfässer stammen aus 60-70 Jahre alten Beständen der Bodega und wurden so nicht - wie heute üblich - nach Wunsch der schottischen Destillerie designt. Zudem reifte in ihnen zuletzt nicht irgendein Sherry, aus dem später "nur" Sherryessig wurde, sondern ein 33jähriger bzw. ein 20jähriger Sherry und - jetzt kommts - die sind zusammen mit den Whiskyabfüllungen zu erwerben. Der Sherry zum Whisky und beide aus dem selben Fass. Schöne Idee. Leider nicht ganz billig. Mir hat die P.X.-Variante besonders gemundet.
Aber es gab auch Leute, die nur zum Schmauchen in der "Dallmayr" Cigar Lounge gekommen waren und denen der flüssige Teil der Veranstaltung völlig egal war (kein Witz). Aber Geniessen kann der Mensch bekanntlich auf vielerlei Art. Neuerdings auch beim Pairing von Schokolade mit Champagner (geil!) usw...

Wie der Leser feststellen kann, hat mir die Festivität sehr gut gefallen. Frank Böer und sein Team sind auf dem richtigen Weg. Bleibt nur die Frage: Wer hat die lärmige Band bestellt?




  



Update: Die offizielle Bildershow

Donnerstag, 26. April 2012

Havana Club - Academia Del Ron 2012: Die Workshops und der Contest

Die letzten beiden Tage standen - zumindest im Berliner Postfuhramt, das heute als "Department" firmiert - ganz im Zeichen des kubanischen Rums. "Havana Club" und Brand Ambassador Michael Menegos hatten zur dritten Auflage der Academia Del Ron gerufen und die 30 deutschen Bartender und Bartenderinnen eingeladen, die das beste El Presidente-Rezept vorweisen konnten.
Doch vor dem Mixwettbewerb, einem Blindtasting-Test und einer theoretischen Prüfung hatten die Probanden am ersten Tag ein Schulungsprogramm zu durchlaufen, das mit einem ausgiebigen Rumtasting von und mit Jürgen Deibel begann. Der hatte neben zahlreichen Infos zu Rum und "Havana Club" eine abwechslungsreiche Range zusammengestellt und narrte seine Zuhörer zunächst mit einem Single Malt, dem "The Balvenie Cuban Selection 14 years", der relativ trocken, aber deutlich malzig bei mir ankam, auch wenn sich der Stoff finished in cuban rum casks (von welchem Hersteller wohl?) schimpft. Mehr Zuckerrohrsüße hatte dann "La Tour De L'Or" zu bieten - ein gelagerter Rhum Agricole der allerbesten Art von der Ruminsel Marie-Galante - leider auch aus dem gehobeneren Preissegment. An dritter Stelle roch es aufdringlich nach Vanille - oder nach "Captain Morgan Spiced Gold". Rum Nummer vier hatte ich in Panama lokalisiert und lag richtig: "Abuelo 12 Anos". Der "Havana Club Selección De Maestros" stach mit seinen 45% Vol. und seiner süßen Grasigkeit dann schon etwas raus. Erkannt hab ich ihn aber ebensowenig wie meinen Favoriten "Pusser's Navy Rum Nelson's Blood 15y". Mist.
Und irgendwie kam mir der "Havana Club Anejo 15 Anos" vorher nie so kakaolastig vor, wie in diesem Vergleichsfeld. Die unglaubliche Länge hatte er aber natürlich. Atemberaubend im besten Sinne war dann auch der "Rum Fire". Reine Power aber eben verdammt gut und - äh - smooth. Dass Jürgen Deibel einen Cognac einschmuggeln könnte, war fast anzunehmen. Mit der Probe neun war es dann soweit - "Delamain Pale & Dry" mit Vanille und Trockenfrüchten. Einfach ein verdammt guter Cognac. Wobei ich auch einen alten Agricole in Verdacht hatte. Nunja. Den letzten in dieser Runde konnte nun wirklich fast niemand erraten. Das war der "Fijian Rum 9y" von "Berry Bros. & Rudd", der mit Zigarren und Zedernholz aufwarten konnte. Überraschend gut.
 
Anschliessend ging es in zwei Gruppen in die Separées, wo zum einen Dave Arnold über den Einfluss von Hefe auf das Geschmacksbild von Rum referierte. Das war Theorie pur, die der Meister der Zentrifuge aber durchaus anschaulich und unterhaltsam ("I can distill chicken shit") an das Barvolk gebracht hat.
Weit weniger spaßig waren dann Kent Steinbachs Ausführungen zur Barwirtschaftslehre. Oder macht man sich wirklich permanent Gedanken über den Einkauf von Cocktailkirschen und Limetten? Dafür trafen die vielen Beispiele aus dem Erfahrungsschatz des erfolgreichen Barunternehmers den Kern: Eine Bar muss wirtschaftlich arbeiten. Beim Run nach dem besten Drink wird das gerne mal außer Acht gelassen. Steinbachs Beispiele zur richtigen und falschen Kalkulation eines Standarddrinks gefielen mir zumindest sehr gut. That's it!
Ryan Chetiyawardana, einer der kreativen Köpfe des "Worship St. Whistling Shop" in London, hatte die Nerdbrille zurecht auf der Nase. Wenn Dave Arnold schon für den Gebrauch von flüssigem Stickstoff an der Bar plädierte, setzte er noch was drauf. Ryan ließ Luftballons steigen und erzählte was von radioaktiv bestrahlten Spirituosen. Plem-Plem oder versteckte Kamera? - Nö. Alles ganz normal...
Über Phil Duff braucht man eigentlich nicht mehr viel sagen. Der Ire ist viele Jahre ein echter Globalplayer und bekannt für seine Vorträge über das Business. Bei der Academia referierte er zu den Funktionen und Abläufen des internationalen Spirituosenbusiness. Sein Satz "There is no independent writer" hat mich dann doch aus meinem Sessel im Wohnzimmer hochfahren lassen. Dann fiel mir aber wieder ein, wer mich eingeladen hatte und ich nickte nur zustimmend...
 
Vor dem eigentlichen Cocktailwettbewerb konnte ich kurz mit einem der Vorjahressieger und zugleich aktuellem Jurymitglied, Eyck Thormann aus Hamburg, sprechen.

whatadrink!: Eyck, die Academia läuft gerade zum dritten Mal. Was muss man können, um einen Contest zu gewinnen, bei dem es um Rumdrinks geht?

Eyck Thormann: Man muss sich im Vorfeld natürlich mit Rum allgemeinen und mit "Havana Club" im besonderen - und speziell auch mit dessen Geschichte - auseinander gesetzt haben. Dann muss man nur noch der richtigen Jury den richtigen Drink vorsetzen.

wad: El Presidente ist dieses Jahr die Vorgabe. Hast Du Dir die eingereichten Rezepte vorab schonmal angeschaut?


ET: Nein, da hab ich mich nicht reingearbeitet, weil ich nicht zu sehr von etwas beeinflusst sein möchte. El Presidente spielte auch in den Vorjahren schon irgendwie immer eine Rolle. Er gehört für mich zu den großen Vier der kubanischen Cocktails neben Daiquiri, Cuba Libre und Mojito und schon deshalb muss ihn unbedingt können und auch twisten können. Ich bin da sehr gespannt, was letztlich rauskommt.


wad: Du bist bei der Academia zum ersten Mal auch in der Jury. Welchen Job hast Du da?


ET: Ich darf was trinken, denke ich.


wad: Gratuliere! Was macht den Geschmack des El Presidente für Dich aus?

ET: Der gute Rum. Ehrlich gesagt ergibt das Rezept, wenn es richtig zubereitet wird, einen runden Drink - einfach lecker. Und genau das muss bei einem Twist dann auch rüberkommen. Die Variante muss schon soweit noch angelehnt sein, dass ich sofort erkenne: Aha, da hat sich jemand Gedanken gemacht! Das reine Austauschen der Bestandteile muss auf jeden Fall auch zu einem immer noch runden Eindruck führen. Das ist ganz wichtig, aber es bleibt trotzdem Raum für Kreativität.

Wer das am besten hingekriegt hat? - Hier die Drinks der Sieger 2012:

Almondente - Steffen Goubeaud

5cl Havana Club Seleccion de Maestros
1cl Lustau P.X. Sherry
2cl Apfelsaft (klar)
Hausgemachte Zutat: 2,5cl Almond infused White Port (via fatwashing)
Garnitur: none
Verwendetes Glas: Coupette
Zubereitung: Stir all ingredients and strain into frozen coupette...Enjoy!

The Golden Age (Of Cocktail) - Torsten Spuhn

40ml Havana Club (Earl Grey Tea infusioniert)
1 Bl Grand Marnier Cordon Rouge
20ml Lillet Blanc
10ml PX Sherry (Valdivia o.ä.)
6 drops TBT Havana Bitters
Garnitur: Orange-Twist / Orange-Stripe - Condiments: Eingelegte Kirschen (hausgemacht), dunkle Schokolade
Verwendetes Glas: Cognac-Schwenker
Zubereitung: 1 Teebeutel Ronnefeldt Earl Grey Tea mit Havana Club Rum eine Minute verrühren, Teebeutel entnehmen, weitere Zutaten hinzugeben, mit Eis rühren und werfen, mit Orangenschale abspritzen, (neue) Orangenschale als Deko.
El Humo - Konrad Friedemann


5cl Seleccion de Maestros
2cl Taylor´s Select Reserve Port
1cl Grand Marnier Cordon Rouge
2 dashes Havana Bitters
1 dash Riemerschmid Granatapfel Sirup
Tabakblatt einer Havana Zigarre
Garnitur: Orange-Twist
Verwendetes Glas: Vintage Glass
Zubereitung: Alle Zutaten, bis auf das Tabakblatt ins Rührglas geben und kurz ohne Eis verrühren. Das Tabakblatt in einem Zigarrenaschenbecher anzünden, den entstehenden Qualm mit einem Weindekanter/Karaffe auffangen und anschließend den Mix aus dem Rührglas in den Dekanter gießen. Die Flüssigkeit für etwa 10 Sekunden im Dekanter schwenken und zurück ins Rührglas geben. Den Drink mit Eis kaltrühren und in das vorgekühlte Glas abseihen. Zum Schluss eine begradigte Orangenzeste über den Drink twisten und hineingeben.


Mein Fazit: Die Academia ist eine lohneswerte Veranstaltung der gehobenen Klasse und die Teilnahme für junges und auch etwas erfahreneres Barpersonal durchaus zu empfehlen. Eine Sache, die mir am Rande aufgefallen ist: Aktive Bartender gehen in der Regel doch morgens ins Bett und stehen nachmittags auf. Wieso werden Events für genau diese Zielgruppe immer so terminiert, dass man den ganzen Tag in müde Gesichter unausgeschlafener Menschen schauen muss? 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
Mehr dazu: nomyblog, fb,...

Update: Steffen Goubeaud wurde beim Finale auf Kuba (unter 40 Teilnehmern) sehr guter Vierter. Gratulation dazu auch von mir! (siehe hier)

Dienstag, 30. August 2011

Rémy Martin - Coeur De Cognac

Nein, es geht diesmal weder um die nach einer Schießerei einsitzende Rapperin "Remy Ma" (the artist formely known as "Remy Martin") noch um den ehemaligen "Global Creative Consultant" von "Rémy Martin"-Cognac, Herrn "T.I.". Es geht einfach nur um Cognac. Jedoch nicht um irgendeinen, sondern um "Coeur De Cognac" (im Einzelhandel für rund 40 EUR brutto), die 2008 lancierte neueste Komposition des Hauses "Rémy Martin", das sich zu den vier Big Playern (neben Hennessy, Martell und Courvoisier) im Bereich Cognac zählen darf. Darum hier der letzte Verweis auf den seit rund zehn Jahren anhaltenden Hype um Cognac in den USA, ausgelöst durch den Bezug der dortigen Rapszene zu Frankreichs Spirituose Nummer 1. So scheinen die Zuwachsraten der Cognachäuser gesichert, was aber kein Grund ist, das Nachbarland Deutschland zu vernachlässigen.
In Münchens "Goldener Bar" hatten sich daher auf Einladung von "Rémy Martin" am gestrigen Montag rund 30 Bartender und Barchefs versammelt um sich das "Herz des Cognacs" genauer erläutern zu lassen und anschließend auf seine Mixability hin zu testen. "Rémy", vertreten durch Marcus Gehrlein und Dominique Szutarski von Diversa, setzten auch nicht auf einen großmäuligen Rapper, sondern auf den allseits bekannten und geschätzten Experten und offiziellen "Cognac BNIC Educator" Jürgen Deibel als kompetenten Sprecher und so ging es zunächst eine Stunde lang um Terroir und Klima, Assemblage und Marriage und die Eigenschaften, die die Marke "Rémy Martin" im allgemeinen und "Coeur De Cognac" im besonderen verkörpern. Besonders herauszuheben ist dabei, dass "Rémy" ausschließlich Eau-De-Vies der Toplagen Grande Champagne und Petite Champagne (dem Herzen des Cognacgebiets) verwendet. Stammen zudem mindestens 50% davon im Endprodukt aus der Grande Champagne, so darf dieses als "Fine Champagne Cognac" bezeichnet werden, was beim "Heart Of Cognac" selbstverständlich auch der Fall ist.
Beim "Coeur" legte Kellermeisterin Pierrette Trichet zudem besonderen Wert auf ein fruchtiges und dennoch weiches und vollmundiges Destillat. Dass dieses Ziel mittels sorgsamer Destillation und der perfekten Auswahl der (im Durchschnitt 8 Jahre lang) gereiften Destillate erreicht wurde, zeigte auch ein kleines Tasting, bei dem 6-, 15- und 30-jähriger "Rémy Martin" jeweils in Fasstärke (zwischen 52 und 68 % Vol.) verkostet und verglichen wurde. Die dort aufgefundenen Anklänge von Aprikosen, Feigen und Mango spiegelten sich dann auch im komplexen "Coeur" wieder.
Im Anschluss gab René Förster (Twist SkyBar, Dresden) einige Hinweise zum Einsatz des "Coeur De Cognac" an der Bar, denn dessen vielschichtiges Aromaportfolio lädt geradezu zur Kreation von ausgefeilten Cognacdrinks ein. In ausgelosten Gruppen ging es für die Münchner Bartender dann an die Mixstationen und in einem kleinen Wettbewerb um ein Preisgeld. Letzteres vergab die Jury um René Förster, Jürgen Deibel und den Hausherrn Klaus St. Rainer an den Drink "Madame Muriel" von Gerhard Praun (Goldene Bar, Barroom), Sebastian Lumpe (Park Hilton), Tibor Kantor (Red Hot), Mario Zils (Schumann's) und Toni Molotov (Goldene Bar, Barista).
Eine ganze Reihe interessanter Cognaccocktails und weiterführende Informationen bietet u.a. Cognac Summit.