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Donnerstag, 6. Februar 2014

Glenmorangie Companta - Das große Drängeln

Gleich vorneweg: Glenmorangies neuer Single Malt Whisky namens Companta ist ein Knaller, ein wirklich außergewöhnlicher Glenmorangie und vielleicht einer der besten Weinfass-Finish-Whiskys ever. Soviel dazu. Geschrieben wurde dazu bereits genug. Da der eine oder andere in den Weiten des www noch immer über das Alter der bei der Kreation verwendeten Whiskys nachgrübelt, hier ein Link zu einem Bericht, der einige Klarstellungen nicht zuletzt vom verantwortlichen Whiskydesigner, Herrn Dr. Lumsden, enthält.
Sittengemälde: Companta und die Giraffe
Letzterer muss offenbar alljährlich die blumigen aber wenig ertragreichen Presseinfos nacharbeiten, in denen das ein oder andere interessante Detail fehlt und/oder in denen das ein oder andere doch recht mißverständlich wiedergegeben wird. Da steht man bei LVMH m.E. den Herrschaften von Diageo in nichts nach, die zuletzt ein grandioses Textwerk zu ihren 2013er Special Releases rausgehauen hatten. Naja, Schwamm drüber... Lustig ist eben, dass (fast!) jeder den Unsinn ohne Rückfrage oder Recherche nachplappert.

Ein Satz in der Süddeutschen Zeitung war bei mir kürzlich haften geblieben, was recht selten der Fall ist, aber eher an meiner Aufnahmefähigkeit als an der Postille liegt. Es ging um Luxusgüter und deren Zukunft auf dem Weltmarkt. Wie war das nochmal? 

- Die Kunden haben reine Logoprodukte satt und suchen nach subtilerem Luxus, der wahre Kennerschaft attestiert. - 

Schön, gell? Besonders der letzte Halbsatz.

Damit wären wir wieder beim Companta. Nein, nicht beim Whisky selber, sondern bei dessen Start auf dem Onlinemarkt. Da herrscht dieser Tage ein Gedrängel wie sonntagnachmittags am Eisstand im Freibad bei 35°C. Grauenhaft. Die bemühten Verteiler (Sie riechen zumindest nicht nach Sonnenmilch) bieten die begehrte Ware nach der Regel "Nur eine Flasche pro Kunde" an und wundern sich, dass manche Großfamilie plötzlich eine Sammelbestellung - nur jeder einzeln im Abstand von jeweils vier Minuten - aufgibt. Andere Distributeure sind schlauer. Sie trennen die Spreu vom Gerstenmalz in dem sie die UVP von 79,00 EUR geschmeidig auf 130-150 EUR erhöhen - wohl wegen der hohen Lagerkosten.
Wer die offizielle Deutschland-Präsentation des Companta auf der Münchner Finest Spirits nicht mehr abwarten kann, darf natürlich losballern, sei aber zumindest gewarnt: Ich kenne drei Supermärkte, wo der "Whisky Of The Year" Glenmorangie Ealanta für 89 EUR im Regal verstaubt.

A propos verstaubt. Wo wir grade bei den Glenmos und Ardbegs sind, die gehören ja zur gleichen Sippe. In einem großen deutschen Online-Whiskyforum hatte sich kürzlich eine junge, blonde Frau angemeldet und die dort versammelte Expertenschar auf die Analyse von Herr Reim auf dessen Blog zum nächsten Ardbegrelease aufmerksam gemacht. Statt Dank erntete sie für ihre teilweise gewitzte Wortwahl allerdings eine Vielzahl persönlicher Angriffe, die massiv unter die Schreibtischplatte gingen (Zitat: "Du hast ein Gesicht wie eine Gummipuppe" usw.). Ich konnte, als ich die Story hörte, den Thread noch aufrufen - mittlerweile wurde er gelöscht. Ist ja auch der Treffpunkt feiner Geister. Aber nicht alle sind so böse. Ein feiner Geist hatte sogar ermunternde Privatnachrichten geschrieben - nicht ohne Annäherungsversuch versteht sich. ...Luxus, der wahre Kennerschaft attestiert...

Dienstag, 23. Februar 2010

Aha Toro Tequila Diva Plata Rosa

Die für besonders fruchtige und runde Tequilas bekannte Marke Aha Toro (im Vertrieb von Sierra Madre Trend Food GmbH) hat unter der Bezeichnung "Diva" seit Ende 2009 eine neue Variante am Start. Der Stoff ist in den letzten Monaten in die Regale von immer mehr Fachgeschäften gekommen, was ich zum Anlass nehmen will, kurz darüber zu berichten.

Divas Besonderheit besteht in einer zweimonatigen Lagerung in Ex-(Bordeaux?)-Rotweinfässern. Die Reposado- und Añejo-Versionen von Aha Toro lagern übrigens in ehemaligen Jack Daniel´s-Fässern. Aha Toro nennt das Destillat "Diva Plata Rosa", was eigentlich auf die Tequilakategorie Blanco hinweist. Nach zweimonatiger Fasslagerung dürfte aber meines Wissens die Bezeichnung Reposado geführt werden. Beide Begriffe finden sich aber nicht auf der Flasche.
In der - wie immer bei Aha Toro - rustikal gestalteten Flasche, die zudem mit einem roten Farbübergang versehen ist, findet sich ein Tequila mit leichtem Rotstich: Ein Rosétequila sozusagen. Doch er sieht nicht nur appetitlich aus. Er schmeckt auch völlig anders als jeder Tequila, der bisher meine Kehle herunter gerannt ist. Ist Aha Toros Blanco ein bodenständiger Brand beginnend mit
typischen Agavenaromen, weich mit Honiganklängen zerfließend und mit einer Portion Pfeffer im Abgang und kommt der Añejo mit deutlicher Whiskeyprägung daher, so treten bei Diva zunächst florale Aromen in die Nase. Gefällig aber keineswegs lasch geht es mit einer nicht zu verleugnenden Süße weiter, die schnell in deutliche Portweinaromen mündet. Rote Äpfel und Trauben liegen bei mir in der Sinneswahrnehmung ebenfalls weit vorn. Der Abgang ist weich und mittellang. Pfeffrige Noten sind gut eingebettet. Die Fässer haben im Vergleich zum ungelagerten Blanco beim getesteten Lote No. 114 also ganze Arbeit geleistet.

Verantwortlich für Aha Toro ist übrigens die Firma Agabe Tequilana Productores Y Comercializadores S.A. DE C.V. (bei der CRT unter NOM 1079 geführt), die u.a. auch den sehr guten Oro Azul Tequila herstellt. Wann oder besser ob Aha Toros Edelversion „Ultra-Aged“ auf den deutschen oder europäischen Markt kommt ist mir leider nicht bekannt.