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Mittwoch, 8. Februar 2012

DIAGEO RESERVE World Class 2012 - hier: München - Die Entscheidung

"Gentlemen's Drinks // Inspired By Great Ladies" - unter diesem vielsagenden (?) Motto traf sich letzte Woche eine Schar ambitionierter Bartender und Bartenderinnen in der Münchner "Kongressbar", um den Worten des zur Zeit wohl hochdekoriertesten Barmannes auf Mutter Erde zu lauschen. Die Rede ist von Erik Lorincz und dieser präsentierte höchstpersönlich - zusammen mit Lokalmatador Oliver von Carnap - den "DIAGEO RESERVE World Class 2012 - Flight 2" in der bayerischen Metropole. Gesucht wurde ein Teilnehmer am GSA-Finale 2012, das im April im schönen Wien stattfinden wird. Da die Folgetermine in Berlin, Wien und Hamburg mittlerweile absolviert wurden - hier nun mein kleiner Bericht.

Zunächst gab Erik Lorincz nach einleitenden Worten von Herrn von Carnap einige Geheimnisse seiner Kunst preis. Wie das aussah? - Na, er mixte ein paar Drinks. Und die waren nicht nur verdammt gut (siehe Rezept unten), sondern die bestachen durch maximale Komplexität trotz relativ simpler Kombinationen der Zutaten. Dazu war es eine Freude Erik am Brett zu sehen. Der sagenumwobende Gentlemanbarkeeper agierte nämlich nicht nur fehlerfrei und akurat, sondern besonders ruhig und strahlte dabei noch eine ganze Kiste voll Charisma und Stil aus. Irgendwie hätte er stundenlang so weitermachen können und ich hätte stundenlang zuschauen können...
So verlief der Nachmittag dann aber doch nicht, denn nach einer kleinen Stärkung waren die Seminarteilnehmer gefragt, ihr bestes zu geben. Dafür zog jeder eine kleine Karte auf der Erik ein bestimmtes Szenario notiert hatte. Zehn Minuten waren Zeit mit einer der DIAGEO RESERVE Brands einen Drink zu entwickeln - ein eingegrenzter aber üppiger Gabentisch stand bereit - und weitere zehn Minuten waren vorgesehen, um den Cocktail dann vor den Augen der Juroren Lorincz und von Carnap zu präsentieren. Konversation war auch verlangt - natürlich auf englisch. Bewertet wurden neben der Genießbarkeit der Mixtur auch die handwerkliche Ausübung, das Wissen über die verwendeten Zutaten - insbesondere der Basisspirituose - und natürlich der ganze Auftritt an sich.
Am besten hatte letztlich David Deck alle Aufgaben gelöst und darf das deutsche Teilnehmerfeld in Wien verstärken. Aber das war eigentlich leicht, denn seine Wiege stand ja quasi in der Münchner "Pusser's Bar".

Ich konnte zwischendurch mit Erik Lorincz ein paar Worte wechseln. Von Gentleman zu Gentleman sozusagen...

whatadrink: Erik, Du bist aus der Slowakei nach London gegangen, hast Dich später eingehend mit japanischem Bartending beschäftigt und arbeitest in der Tradition von Harry Craddock, der jedem hier in der Bar als Author des "Savoy Cocktail Book" bekannt sein sollte, in der American Bar des Savoy Hotels in London. Du bist "International Bartender of The Year 2011" in New Orleans und "World Class Gewinner 2010" in Athen geworden. Zudem arbeitest Du als internationaler Botschafter für Diageo. Was für eine Karriere! Beginnen wir mit dem Interview mal von hinten: Was planst Du für die nähere Zukunft?

Erik Lorincz: Die nähere Zukunft. Nun, ich hoffe, dass eine Menge Träume und Pläne
eines Tages wahr werden. Im Moment bin ich natürlich schon auf unsere American Bar fokussiert. Die Wurzeln und die Geschichte der Bar zu erforschen und zu entdecken ist das eine, aber die Geschichte geht ja jeden Tag weiter und ich finde immer neue Dinge heraus. Ich hatte u.a. die Möglichkeit den ehemaligen Headbartender aus den 50ern Joe Gilmore und seine Nachfolger zu treffen. Das war wirklich Living History und ein großes Privileg für mich so viel Zeit wie möglich mit diesen Männern zu verbringen. Der Traum eines jeden Bartenders ist aber natürlich eine eigene Bar zu haben und ich hoffe, dass ich den eines Tages wahrmachen kann.

wad: Ich glaube gelesen zu haben, dass Du an einer neuen Edition des Savoy Cocktail Book mitarbeitest.

EL: Ja, das stimmt. Es gibt bereits eine limitierte Edition einer Kurzausgabe allerdings hauptsächlich mit den Signature Cocktails der Headbartender in chronologischer Reihenfolge. Mit dabei sind dann noch die beliebtesten Cocktailgruppen aus dem Savoy Cocktail Book. Es wird aber auch eine reguläre Auflage geben, da von der ersten Edition nur 100 Exemplare hergestellt wurden. Ich habe selbst nicht mal eines. Die nächste Edition wird sich aber insbesondere um Harry Craddock drehen, der auch im Savoy ein Mysterium darstellt. Ich habe einige Flaschen gefunden, die er für seine Cocktails abgefüllt hat, und die sonst noch niemand zu Gesicht bekommen hatte.

wad: Was machst Du genau für Diageo?

EL: Ich teile meine Erfahrungen als ehemaliger Gesamtsieger mit anderen Bartendern und stehe für Gespräche und Showcases zur Verfügung. Ich bin ein Botschafter für die World Class-Familie. Als kein Brand Ambassador, sondern ich kümmere mich um den Wettbewerb.
wad: Du arbeitest nicht nur hier in der Jury für die World Class. Welche ist die wichtigste Eigenschaft, die ein World Class-Bartender der Jury zeigen muss?

EL: Die World Class ist ein Wettbewerb, bei dem es um unterschiedliche Aspekte geht. Jede Kategorie wird bewertet. Wenn Du zum Finale fährst und Dich durch die einzelnen Wettbewerbe kämpfst, wird jeder Aspekt des Bartending bewertet. Also nicht nur wie dein Drink schmeckt oder wie du mit dem Shaker umgehst oder wie du die Präsentation machst oder wie schnell du bist. Es geht eben auch darum, wie du deine Gäste unterhältst. Die Juroren sind ja deine Gäste. Für mich ist die World Class die Möglichkeit alles zu zeigen - einfach alles, was du drauf hast. Und du musst in jedem Punkt dein bestes geben.

wad: Foodpairing ist seit einigen Jahren ein wichtiger Punkt bei Cocktailwettbewerben rund um den Globus. Sind diese Lehren und Erfahrungen, die aus der Küche kommen, wirklich essentiell für einen Bartender? Braucht man dieses Wissen wirklich jeden Tag?

EL: Ich habe viel Zeit mit unserem Küchenchef im Savoy verbracht und er hat mir viel über Techniken und Geschmackskombinationen beigebracht. Ich glaube, das eröffnet uns große Möglichkeiten und jeder, der in einer Restaurantbar arbeitet, sollte Zeit mit dem Koch verbringen und seine Arbeitsweise mit ihm teilen. Es ist sehr interessant mit den Augen des Kochs auf Aromen und wie diese wirken zu sehen. Ein gutes Beispiel war unser Savoy Eggnog. Mein Küchenchef sah, dass ich den vor Weihnachten auf die Karte genommen hatte und er kommt aus Kanada, wo der Eggnog wie in den USA ein big thing ist. Also nahm er mich mit in die Küche und zeigte mir, wie er einen Eggnog macht. Außerdem hat er mir den "Thermomix" vorgeführt. Das Gerät kommt doch aus Deutschland, oder? Und er meinte, dass wir alle das hinter Bar haben sollten. Ein erstaunliches Ding. Wir sind ja eigentlich Liquid Chefs und wo der Koch Feuer nutzt, um etwas zu erhitzen, benutzen wir eben Eis, um es abzukühlen.

wad: Du bist insbesondere nach dem World Class-Finale 2010 viel in der Cocktailwelt herum gekommen. Wie lässt sich das Image der deutschen Barszene von einem internationalen Standpunkt aus beschreiben?

EL: Ich habe letztes Jahr eine Bartour in Berlin machen können und ich war überrascht und beeindruckt wie sich die Bars dort entwickelt haben, z.B. das "Stagger Lee". Vor einigen Jahren kannte man überhaupt nur das "Schumann's". Meine ersten Cocktails machte ich genauso wie es Charles Schumann in seinem Buch beschrieben hat. Als ich in Beirut war saß ich in einer Bar und hatte ein Déjà-vu. Alles dort erinnerte mich an etwas, dass ich schon einmal gesehen hatte, aber ich war noch nie dort gewesen. Als ich fragte, wer der Chef sei, sagte man mir, dass er aus Deutschland käme. Da wusste ich sofort: Charles Schumann! Jemand hatte den Style und das Feeling des "Schumann's" nach Beirut transportiert.

wad: Gin ist Dein Lieblingsspirit?

EL: Ja, das kann man so sagen.

wad: Und bei den Reserve Brands?

EL: Da ich für meine Freundin jeden Abend einen Martini mixen muss, steht eine Flasche Tanqueray 10 immer griffbereit. Bei den braunen Spirituosen favorisiere ich Whisky und bei den Blends Johnnie Walker Blue Label - wirklich outstanding. Mein persönlicher Favorit ist aber Talisker.

wad: Mezcal ist in den USA ein großes Ding, wenn es um Cocktails geht - v.a. an der Westküste. Die Entwicklung in Europa ist deutlich langsamer. Was erwartest Du in Sachen Mezcal für die nächsten Jahre?

EL: Ich bin auch ein großer Mezcalfan. Ich denke Mezcal hat in Themenbars, die sich wie "Cafe Pacifico" / "La Perla" auf Tequila spezialisiert haben, eine große Zukunft. Es ist bei jeder Spirituose doch das gleiche: Aus der Hand des Produzenten bzw. des Master Blenders geht der Stoff in die Hand des Bartenders und der zeigt dann den Leuten, was der Mezcal oder Rum oder Whisky an Vielseitigkeit drauf hat. Als ich in Mexico war, habe ich wesentlich mehr Mezcal als Tequila getrunken. Es gibt dort unzählig viele kleine Produzenten, die bei größerer Nachfrage gar nicht die Mengen herstellen könnten, die dann weltweit gefragt wären. D.h. es werden hier in Europa auf Dauer nur größere Firmen Mezcal anbieten können.

wad: Danke für das Gespräch, Erik.

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Dienstag, 17. Januar 2012

DIAGEO RESERVE World Class 2012 - hier: Training, Termine, etc.

Achtung! Aufgewacht! Die "DIAGEO RESERVE World Class 2012"-Competition hat begonnen! Und zwar mit einem ersten Trainingstermin am gestrigen Nachmittag in Münchens "Cord". Oliver von Carnap (Lux Hotel, München), in 2011 selber erfolgreicher Teilnehmer des Wettbewerbs, erläuterte den Youngsters der Szene worum es eigentlich geht und was sie erwarten wird, gab Einblicke in die DIAGEO RESERVE Brands und diskutierte inbesondere verschiedene Zubereitungstechniken und den Einsatz spezieller Bartools. Anekdoten zu seinen Erlebnissen und persönlichen Erfahrungen kamen nicht zu kurz und so manch wertvoller Tip war auch zwangsläufig dabei.Das Qualifikationsprozedere sieht dieses Jahr so aus, dass man sich aus Österreich und Deutschland insgesamt über drei sogenannte Flights für das GSA-Finale in Wien empfehlen kann. Zwei Flights mit je vier Wettkampforten stehen noch aus und je City wird es nur einen Sieger (= Finalist) geben. Dazu kommen 9 weitere Finalisten, die Wildcards (1 Newcomer, 1 GSA-Favorit via Onlinevoting, 7 via Bewerbung durch Einsendung eines Cocktailrezepts) für das Finale gewinnen können. Hier kommen auch die Schweizer Mixologen ins Spiel, die nur via Wildcard zum Finale kommen können. Alles klar? Also anmelden, wer es noch nicht getan hat... Wie es dann mit Western Europe Final usw. weitergeht siehe u.a. Links...Im "Cord" ging es dann zur Sache: Nach einer Demo seines unbesiegten Popcorn-Siegerdrinks Pop-It! durch Herrn Lukas Motejzik wurden u.a. sechs Margaritas zeitgleich geschüttelt, gerührt, mit und ohne Eiweiß im Dry und Wet Shake und sogar mittels Smoking Gun fabriziert bzw. verfeinert. Neben den optischen und geschmacklichen Unterschieden ließen sich unter Verwendung eines Laserthermometers auch die erwarteten Schwankungen in der Temperatur des Endprodukts feststellen. Ah ja.

Die Trainingsrunde mit Oli wird es in Linz (Januar 2012) und Nürnberg (Februar 2012) nochmals geben - genauere Termine bitte über diesen Link direkt erfragen.
World Class 2012 GSA - Termine, Bewerbung, Regeln etc.

Dienstag, 19. Juli 2011

DIAGEO RESERVE World Class 2011 - hier: Das Finale 2011

Nachdem ich bereits über zwei Trainingstage im Vorlauf der nationalen Ausscheidungen zur DIAGEO RESERVE World Class 2011 berichten durfte, möchte ich noch ein paar Gedanken zum Finale, das letzte Woche in Neu Delhi über die Bühne ging, anfügen.

Zunächst war es einfach nicht möglich den Termin zu "vergessen". Die gesamte Weltelite der Mixologen und sonstigen Experten verkündete via Fb "...on the way to India/Delhi". Aha. Schön zu wissen. Einige der Fachleute hielten die Daheimgebliebenen zudem online auf dem Laufenden. Besonders hervorgetan hat sich dabei ein gewisser Jörg Meyer aus Hamburg. Auch aufgrund seiner penetranter Art der Berichterstattung blieb kein Detail verborgen. Ich darf auf die hier hinterlegten Links verweisen... (Danke Jörg!)
Die Frage "Was ist die "World Class"?" sollte also hinreichend geklärt sein. Interessanter erscheint mir "Was bringt uns das Ganze?" oder "Was bleibt von der Party?". Nun, da lohnt ein Blick zurück. Im Finale 2010 standen sich 24 (jetzt sogar 32 - aus 34 Ländern) Bartender gegenüber. Diese hatten wie 2011 auch in verschiedenen "Disziplinen" gegeneinander anzutreten. Gewinner des Titels "World Class Bartender Of The Year 2010" wurde der Londoner Erik Lorincz. Zusammen mit Simon Difford's "Odd Firm Of Sin" entstand ein - wie ich finde - besonderes Buch mit dem Titel "Search For The World's Best Bartender 2010", das die Veranstaltung mit allen Rezepten und Infos zum Wettbewerb wiedergibt. Die dort enthaltenen Hinweise zu Trends oder auch einfach die ein oder andere Idee zu einem guten Drink, sind die Sache doch irgendwie schon wert. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon wieder auf die "World Class 2012" und ihren umfangreichen Vorlauf und kann diese Veranstaltungsreihe nur jedem empfehlen, der sie bisher nicht besucht bzw. an den Wettbewerben teilgenommen hat.
Abschließend möchte ich noch auf die aktuelle Berichterstattung in der Onlineausgabe des "CLASS magazine" verweisen.

Hinweis: Das Bildmaterial wurde mir dankenswerter Weise von DIAGEO Deutschland zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 17. März 2011

DIAGEO RESERVE World Class 2011 - hier: "Tanqueray 10"-Training

Mit Angus Winchester als Aushängeschild machte die Gin-Trainingstour zur "DIAGEO RESERVE World Class" 2011 Station im Münchner "Schumann's", um an einem sonnigen Vorfrühlingsnachmittag die bayerische Bartendergilde mit Fakten und praktischen Tips zu versorgen. Zudem wurde unter den Augen von Godfather Charles Schumann gemuddlet, gemixt und gerührt.
Bevor es aber in die heilige Halle an Deutschlands berühmteste Bar ging, bot Angus Winchester, seines Zeichens "Tanqueray" Brand Ambassador, einer der bekanntesten Fachmänner weltweit und der Mann nach dem mindestens drei Cocktails benannt wurden, alle erdenklichen Infos zu "Tanqueray Ten", dessen Brüdern und der internationalen Barszene. Aus diesem umfangreichen Material möchte ich nur ein paar Punkte herauspicken:
"Tanqueray Ten" wird in zwei Schritten produziert. Zunächst wird in der relativ kleinen Brennblase namens "Tiny Ten" das "Zitrusherz" des Premiumgins hergestellt. Dazu werden frische Grapefruits, Limetten und Orangen (keine Zitronen!) in dreifach destilliertem Neutralalkohol, der auch an Ort und Stelle - der Cameronbridge Destillery - gewonnen wird, gebrannt. Erstaunlich ist, dass für rund 6.000 Liter des Endprodukts nur eine Orange verwendet wird. In eine Mischung aus diesem Destillat, weiterem Neutralsprit und Wasser werden nun die klassischen vier Tanqueray-Botanicals Wacholderbeeren (Toskana), Koriandersamen (Bulgarien), Lakritz (Spanien) und Angelikawurzel (Norddeutschland) zuzüglich Kamille gegeben und in der größeren Still namens No.4 weiterverarbeitet. Alle "Tanqueray"-Gins werden im One-Shot-Verfahren hergestellt. Vor der Abfüllung in die grüne, schlanke Flasche wird der Stoff auf bekanntlich 47,3% Vol. herabgesetzt. Auf meine Frage, ob denn wirklich ein höherer Anteil Wacholder in "Tanqueray Ten" als im Standard-"Tanqueray" "Special Dry" stecken, meinte Angus, dass nur der Familie und dem aktuellen Master Distiller das genaue Rezept bekannt sei. Er könne diese Information daher nicht bestätigen, kann aber sagen, dass das Verhältnis der vier Botanicals zueinander im "Ten" ein anderes ist als im "Special Dry".

Dafür konnte Mr. Winchester die Herkunft des Flaschendesigns für den "Special Dry" lüften. Und Überraschung: Die Story, dass hier die Form eines Cocktailshakers Pate stand, ist die reine Wahrheit, denn Angus hatte bei "Tanqueray" selbst ein Schriftstück in der Hand, in dem der Flaschenhersteller seinerzeit Bezug zu einer Lieferung von Musterflaschen in Shakerform nahm. Bingo. Verkostet wurde neben "Ten" und "Special Dry" der für den U.S-Markt produzierte "Rangpur".
In der Folge ging es um aktuelle Bartrends und da fielen Begriffe wie Zitrusfrüchte, Kräuter, lokale Zutaten, (orientalische) Gewürze, Honig, Bitters, Sherryrevival, sweeting agents, Pfeffer, barrel-aged Cocktails, Salz und Essig (Shrubb!). Schöne, bunte Cocktailwelt! Außerdem präsentierte Angus eine Reihe alter bzw. handgefertigter Barwerkzeuge. DAS Tool der näheren Zukunft könnte übrigens der Rotavap werden...
Die auf vierköpfige Teams aufgeteilten Bartender machten sich dann an die Arbeit, den reich gedeckten Zutatentisch zu erforschen und damit - und natürlich "Tanqueray Ten" - die jeweilige Vorgabe einer Cocktailinterpretation (Bronx, Cobbler, Gimlet,...) zu erfüllen. Diese wurden dann vor den Juroren Angus Winchester und Charles Schumann zubereitet und mit dazu gehörenden Erläuterungen serviert. Ein Cocktail für Charles an dessen eigener Bar zu mixen ist schon "World Class". Stellvertretend für die Kreationen der Münchner hier der "Siegerdrink" von Team 3 (Lukas Motejzik, Claudius Brudnjak, Johannes Möhring und Sven Körper), das anschließend noch Angus' neuem Muddler auf den Nickname "Stenz" taufte:

Rhubrica Club Gimlet

5cl Tanqueray Ten
3cl Rhabarbersaft
1,5cl Lime Cordial (homemade)
5 Stück Kardamon
4 Streifen roter Paprika

Paprika und Kardamon muddlen und mit den anderen Zutaten auf Eis shaken, fine strain in Martiniglas, Deko: Limettentwist und ein TL von australischen Finger Lime Cores infused in Tanqueray Ten, Chartreuse Verte und Zuckersirup;

Mittwoch, 23. Februar 2011

DIAGEO RESERVE World Class 2011 - hier: "Zacapa"-Training

Heute geht mit dem Rum-Workshop in Berlin die zweite Trainingsrunde zur "Diageo Reserve World Class" 2011 mit dem Global Rum Ambassador Ian Burrell zu Ende. Nach den Veranstaltungen mit "Diageo"´s Reserve Brand Ambassador Michael Meinke und "Ketel One" Vodka und den "Zacapa"-Sessions folgen im März noch Schulungen zum Thema Gin Drinks mit "Tanqueray" Brand Ambassador Angus Winchester und "Tanqueray 10".
Wozu das Ganze? Nun,
"Diageo Reserve World Class" ist mittlerweile wohl der renommierteste - und vielleicht sogar der begehrteste - Cocktail- und Bartenderwettbewerb weltweit. 2010 waren 9000 Bewerber dabei, von denen sich 24 für das World Class Final in Athen qualifizieren konnten, um dort den "World Class Bartender Of The Year" zu finden. Neben einem kreativen Rezept werden die handwerkliche Technik des Bartenders, die Präsentation vor dem Gast und sein Wissen um die verwendeten Zutaten bewertet. Kurzum: Der perfekte Barmann bzw. die perfekte Barfrau werden gesucht. Das Finale 2011 findet übrigens in Neu Delhi statt.
Ich hatte das Vergnügen am letzten Montag einen Nachmittag im Negroni in München verbringen zu dürfen, wo Deutschlands Zacapabotschafter Torsten Bechmann zusammen mit Ian Burrell die versammelten Profis zum Thema Rum und Rumcocktails in Hinblick auf eine "World Class"- Bewerbung trimmten.
Nach der Begrüßung und einer kurzen Erläuterung zur "World Class" ging es mit einem kleinen Blindtasting gleich in die vollen. Neben den drei aktuellen "Zacapa"-Abfüllungen wurden "Pyrat XO", "Pampero Anniversario", "El Dorado 15y" und "Trois Rivières Cuvée Du Moulin" gereicht. Beim Erkennen der jeweiligen Marken lagen angesichts des hochklassigen Feldes auch erfahrene Rumkenner mehr oder weniger deutlich daneben. Spielten einem hier Nase und Gaumen noch einen Streich, liess sich die Scharte beim Wissenstest um Rum im allgemeinen und "Zacapa" im besonderen wieder auswetzen. Gefragt wurde beispielsweise nach der Herkunft der "Zacapa"-Hefekultur, welche (Wer hat es gewusst?) aus Ananas gewonnen wurde/wird.
Ein großes Vergnügen war es anschließend Ian Burrell bei der Arbeit an der Bar zuzusehen, der eine interessante "Mai Tai"-Variante zeigte, zu der karamellisierte Orangenzesten, Ananasstücke und Mandeln seperat gereicht wurden. Und auch sein "Aloha Coffee" (Rezept s.u.), bei dessen Zubereitung eine formschöne "Cona"-Vakuumkaffeemaschine zum Einsatz kam, konnte voll überzeugen. It´s Tikitime!Höhepunkt des Trainingdays war für mich die Zusammenarbeit in vier- bzw. fünfköpfigen Gruppen, die zu verschiedenem Fingerfood einen Rumdrink entwickeln (Stichwort: Foodpairing) und diesen später im "World Class"-Style an der Bar mit englischem Kommentar präsentieren mussten. Die Gäste bzw. Juroren waren natürlich die Herren Burrell und Bechmann, deren anschließende Manöverkritik die eine oder andere Unzulänglichkeit zu Tage förderte, die aber auch einiges an Lob ausschütten konnten. Stellvertretend findet sich unten der "Bloody Celly", den sich Melanie Schreiner, Lukas Motejzik, Claudius Brunjak und meine Wenigkeit zu Teigtaschen mit Rindfleischfüllung aus den Ärmeln schüttelten.
Bleibt also noch zu erwähnen, dass bei der "World Class" nur hauptberuflich arbeitende Bartender des jeweiligen Landes teilnehmen können, die mit "Diageo Reserve"-Produkten arbeiten. Der Anmeldezeitraum für Österreich, Schweiz und Deutschland läuft noch bis 18.03.2011. Das Deutschlandfinale findet Mitte April in Frankfurt und das "Northern European Country Final" am 23.05.2011 in Berlin statt. Alles weitere zum Reglement + Anmeldeformulare findet man unter: www.facebook.com/WorldClassGSA

Aloha Coffee (Ian Burrell)

25 ml Zacapa 23
12,5 ml Grand Marnier Cordon Rouge
12,5 Mozard Dry Chocolate
Cinnamon, Cloves, Orange peel, coffee powder

Glass: Brandy glass, crusted with orange peel and a chocolate rim

‐ Infuse coffee and spices with hot water
‐ Warm Zacapa and Grand Marnier with flame
‐ Add Mozart Dry to glass
‐ Add warm flaming rum and Grand Marnier to glass
‐ add coffee
‐ stirBloody Celly

60 ml Zacapa 15
30 ml Lime Juice (fresh)
20 ml Sugar syrup (2:1)
1‐2 dash Worcester sauce
6 cm chopped celery
4 Blackberries
Black pepper

Glass: Tumbler

‐ muddle celery, blackberries with sugar syrup
‐ add Zacapa 15, lime juice and Worcester sauce
‐ hard shake on ice
‐ double strain on cubes
Decoration: celery stick, two blackberries and fresh black pepper on top

Edit: Hier die Termine für die World Class - Tanqueray No. Ten Sessions mit Angus Wincester

  • Frankfurt: 14. März 2011; 14 Uhr; Biancalani
  • München: 15. März 2011; 14 Uhr; Schuhmann´s
  • Berlin: 16. März 2011; 14 Uhr; Catwalk Bar
  • Wien: 22. März 2011; 14 Uhr; Dino´s
  • Zürich: 23. März 2011; 14 Uhr; Tao´s Lounge
  • Anmeldung unter: weareworldclass@haebmau.de