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Montag, 11. August 2014

Kommen Sie zum GRF! (German Rum Festival)

"...in Berlin im Bauch der Welt
und der Nabel heißt: Berlin-Mitte..."

(aus "Bundestagswahl" von Rainald Grebe und das Orchester der Versöhnung, 2014)

Das GRF. Kennen Sie das GRF? Wenn nicht, sollten Sie es kennen lernen. Das GRF ist das German Rum Festival, das dieses Jahr schon zum 4. Mal im schönen in Berlin stattfindet. Wenn Sie ein aufmerksamer Leser dieses Blogs sind, dann wissen Sie das, denn ich habe schon öfters darüber berichtet.
Was gibt es also Neues in 2014 beim GRF, dass das gleich einen Vorabankündigungsbericht rechtfertigt? Nun, das GRF hat eine sehr aufmerksame PR-Abteilung. Dieser ist whatadrink! nicht entgangen. Gute Agentur. Außerdem stehe ich beim GRF nicht auf der schwarzen Liste. Auch gut, denn deshalb gibt es für Sie, werter Leser, exklusive Wochenend-Tickets für das GRF:

2-Tages-Tickets für das German Rum Festival 2014 für 21,50 EUR statt 34 EUR (bitte hier klicken)!

Aber das war noch nicht alles! Hier werden bis zum Sonntag, 28.09.2014, 24 Uhr, auch noch 2x zwei Eintrittskarten für das GRF verlost. Was müssen Sie dafür tun? Ganz einfach. Sie schreiben die Antwort auf folgende Preisfrage per Email an die angeführte Emailadresse und geben zusätzlich Ihren Namen und Ihre Postanschrift an. Und schon winkt das Glück...

Preisfrage: Was ist Clairin?   (Die Lösung bitte an... )

Update: Das Preisauschreiben ist vorbei - Die glücklichen Gewinner wurden benachrichtigt!
So und jetzt noch der Hammer! Sind Sie Barkeeper oder Barmaid? Oder Barmann oder Barfrau? Auch Barback (das ist der fleißige Helfer vom Barkeeper/in) geht grade noch. Dann sind Sie richtig beim Cocktailwettbewerb BOTUCAL GERMAN TOURNAMENT. Yeah! Bewerben Sie sich bis 30.8.2014 - in Worten: dreißigsterachterzweitausendvierzehn - an und fahren Sie zum Finale nach Berlin (natürlich beim GRF) und gewinnen Sie Geld, Reisen und ein sorgenfreies Leben!


Habe ich zuviel versprochen? Ach, ich hab ja gar nix versprochen. Im Ernst: Das GRF ist ein lohnendes Ziel für Freunde des Zuckerrohrbrandes, des gemischten Cocktailgetränks und überhaupt ist (wie Dieter Thomas Heck immer sagte) Berlin immer eine Reise wert! (oder auch nicht).

Montag, 7. Oktober 2013

3rd Berlin Rumfestival 2013 - An Explosion!

"Das ist dieses Jahr explodiert", wirft mir Deutschlands Rum Ambassador und Kopf des Berliner Rumfestivals, Dirk Becker, kurz rüber, als ich ihn am Samstagabend auf den Besucherandrang seiner 2011 gestarteten Consumermesse anspreche. Und schon ist er wieder weg. Arbeiten.

Das 3rd German Rumfestival Berlin 2013 war definitiv ein Erfolg. Nicht nur für den Organisator und sein vielköpfiges Team, sondern auch für mich, da ich nur zum Trinken, Reden und Staunen in die Hauptstadt gereist war. Entspannung also bei vielen Tastings und Vorträgen, die alle ohne Aufpreis besucht werden konnten (!), oder in der Cigar Lounge bei echten Zigarrendrehern. Und Entdeckungen - davon gab es einige.

 Ganz vorne müssen natürlich die nagelneuen "Origenes" Rums von Maestro Francisco "Don Pancho" Fernandez stehen. Der Reserva Especial 18 Years Old (der große Sieger der Festivalprämierung mit dem höchsten Punktergebnis aller 120 Kandidaten) und der Reserva Don Pancho 30 Years Old (beide mit 40% Vol.) sind fantastische Abfüllungen aus "Don Panchos" eigener Fassreserve. Wer ist "Don Pancho"? Nunja, den sollte man kennen, ist/war er doch der Entwickler bzw. Masterblender hinter den Panamarums Zafra und Ron De Jeremy und einer Vielzahl anderer Marken (z.B. Abuelo). Der Meister hat jetzt zwei eigene Edelrums am Start, die man getrost als perfekt geschliffene und polierte Blends bezeichnen darf. Allerdings verleugnen die nie ihre Rasse und Klasse und sind ihr Geld (die Preise sind mir noch nicht bekannt, dürften aber beim 30jährigen eher etwas höher gewählt sein) absolut wert.


Dann darf ich erwähnen, dass dieser Tage einige neue Abfüllungen aus dem Hause Cognac Ferrand, d.h. Plantation Rum, in den einschlägigen Shops auftauchen werden. In Berlin gab es folgende Limited Editions zu verkosten: Guatemala XO Pineau de Charentes Finish, Trinidad 1989, Jamaica 1999 Port Cask Finish und Trinidad 1999 Banyuls & Sherry Cask Finish. Die letzten drei kamen mit 45% Vol. - der Guatemala XO mit 40% Vol. - in die Flasche. Mir hat der Trinidad 1999 mit seinem Spiel zwischen kantigem, jungen Rum und dem süßen Fass sehr gut gefallen, aber auch der Trinidad 1989 ist ein bestens gereifter Vertreter seines Heimatlandes.
Mit dem 3 Island Rum in weißer und dunkler Ausführung war das Rumhaus Charles Hosie dieses Jahr bereits sehr positiv aufgefallen. Zum Rumfest gab es gleich vier neue Abfüllungen aus der Valedor genannten Range von Zigarrenrums zu bestaunen. Da sind ein weißer Rum namens Coffee Spirit (43% Vol.), bei dessen Herstellung kolumbianische Kaffeebohnen mitdestilliert wurden, was ein - im Vergleich zu den von mir kürzlich probierten Kaffeegeisten - sehr harmonisches Gesamtbild ergab, dann ein grundsolider Cask Aged Rum benannter Blend aus Nicaragua-, Trinidad- und Martinique-Rum (43% Vol.) und - die vielleicht interessantese Komponente der Tobacco Companions: Rum Cordial - Ein Rumlikör auf Basis des Cask Aged Rumblends, der mit echter Madagaskarvanille (1 1/2 Schoten pro 0,5l-Flasche) aromatisiert und mit stolzen 47% Vol. abgefüllt wird. Whatadrink! Ergänzt wird das Ganze noch mit dem Rum Elixier, das nach der Formel Nicaraguarum + Madagaskarvanille + Kaffeegeist mit 36% Vol. in Kürze zur Verfügung stehen soll. Wo? Exklusiv im Tabakwarenhandel, denn alle vier Spirituosen sind auf den Genuss zur Zigarre (oder Pfeife) abgestimmt. Kosten werden die Flaschen zwischen 25 und 35 EUR. Das klingt doch fair.

Fair ist auch das Stichwort bei Tres Hombres. Die Seebären um den österreichischen Kapitän Andreas Lackner haben neuen Rum angeliefert und zwar gleich in drei verschiedenen Abfüllungen. Da ist zum einen eine Weiterentwicklung des DomRep-Solerarums von Oliver & Oliver mit der Bezeichnung Tres Hombres XV Anos Republica Dominicana Ed. 05 2013 (41% Vol.), dessen älteste Bestandteile 15 Jahre alt sind und der in Eichenfässern und in Fassstärke (!) fünf Monate per Segelschiff aus der Karibik nach Europa geschippert wurde. Das hat seit über 100 Jahren niemand mehr gemacht. Authenzität vermittelt dann auch die 1-Liter-Steingutflaschenabfüllung in Fassstärke mit 64,5% Vol. namens Captain's Choice. Aber hallo! Viel heller in der Farbe kommt der Tres Hombres XV Anos La Palma Ed. 04 2013 (42% Vol.) daher, der aus der Aldea Distillerie von den kanarischen Inseln stammt und der nach 15 Jahren in French Oak noch eine achtmonatige Seereise - sozusagen als Finish - mit bekam. Alle drei sind nicht ganz billig - aber die Buddels wurden ja auch fair gehandelt und mit eigenem Schiff transportiert.

Zum Abschluss dieses kleinen Rundgangs noch die Bemerkung, dass ich den Diplomatico Vintage 2000 im Vergleich zur Ambassador-Ausgabe nicht ganz sooo dolle fand - auch wenn Masterblender Tito Cordera den Spaß persönlich vorstellte. Sollte man vielleicht nochmal in Ruhe ohne Festivalrummel zwischen Cateringbereich und Käsetheke probieren. Umso schöner war dafür das inoffizielle Rumfestivalbottling eines 12jährigen Rums aus der Dominikanischen Republik aus den Lagerbeständen von Oliver & Oliver, die Dirk Becker ab sofort in seinem Rumdepot mit 65% Vol. für 45 EUR anbietet. Wenn er denn endlich wieder Zeit hat...






Montag, 12. September 2011

Post-Porno-Rum: Ron De Jeremy by Ron Jeremy

Nicht ganz brandneu - aber in Deutschland bislang nicht erhältlich - ist "Ron De Jeremy", ein 7jähriger Rum aus Panama bei dessen Kreation der kubanische Master Distiller Francisco "Don Pancho" Fernandez (Havana Club, Abuelo, Zafra) entscheidend mitgewirkt hat. Ja und? An A-, B, oder C-Prominente als Werbeträger oder Namensgeber für v.a. Vodka aber auch andere Spirituosen haben wir uns längst gewöhnt. Da haut uns ein neuer Rum mit einem Schauspieler in dieser Funktion sicher nicht vom Hocker. Ein Schauspieler? Ronald Jeremy Hyatt, besser bekannt als Ron Jeremy, ist eben nicht irgendein Schauspieler. Zwar kann er auf ein paar kleinere Rollen im einen oder anderen Hollywoodstreifen (z.b. "Der blutige Pfad Gottes") zurückblicken, doch berühmt wurde er durch seine unvergessliche, darstellerische Mitwirkung in über 2000 und seine Regiearbeit in rund 300 Hardcorefilmen. Seine Karriere gipfelte im 2003er Pornoremake "Being Ron Jeremy" ("Why be John Malkovich when you can be Ron Jeremy?"). Das Wortspiel war wohl allzu verführerisch... Seit Sommer ist das o.g. Produkt nun im UK und in den USA für rund 30 GBP bzw. 35 US-$ zu haben. Lassen wir das PR-Getöse ausnahmsweise mal beiseite, so haben wir es mit einem bodenständigen Mittelamerikarum von leichterem Körper nach guter alter kubanischer Schule zu tun, der aber keineswegs altmodisch ist. Ob der Stoff nun eher auf der trockenen oder der süßeren Seite steht, mag jeder selbst für sich entscheiden. Für mich überwiegen nach süßem Start die trockeneren Akzente und der doch merklich eichige Abgang. Fruchtige Noten halten sich vornehm zurück. Hintenraus ist er - im Gegensatz zum Namensgeber - nur mittellang. Charakteristik (und Preisniveau) lassen so Vergleiche mit z.B. dem noch relativ neuen "Dos Maderas 5+3" (Barbados/Guyana-Blend mit Sherryfass) oder dem bekannten "Matusalem Solera 15" (Dominikanische Republik) zu. Hinter diesen beiden Gesellen muss sich der Ron von Ron sicher nicht verstecken. Also nix großer Porno und XXX, sondern eher feiner, mixbarer Kubaner. Mixbar soll wohl auch die gewürzte Variante werden, die in diesen Tagen die Welt (oder zumindest die USA) erobern soll. Wann bzw. ob der Spaß je in D erhältlich sein wird, ist mir nicht bekannt. Bei der Betitelung des dazugehörenden Signaturedrinks "Hedgehog's Delight" orientierte sich dessen Kreateur übrigens an Ron's ausgeprägter Körperbehaarung, der dieser den Spitznamen "hedgehog" - auf deutsch: Igel - verdankt. What A Drink! Die beiden Fotografien stammen aus dem Downloadbereich von rondejeremy.com