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Sonntag, 16. September 2012

Alkoholverbot? Hochball? Wie bitte?

Einen ganz großartigen Artikel seiner Printausgabe, den ich gerne nochmal gelesen habe, hat "Mixology" heute auf seiner Onlinepräsenz veröffentlicht. Es geht um den Longdrink als solchen und natürlich auch um den Highball und das jeweils geforderte Glas im besonderen. Im Ernst: An Tagen, an denen unsere europäischen Nachbarn den Verkauf von alkoholischen Getränken verbieten (Gilt das auch für die Gastronomie? Gerade dort wird doch viel gepanscht?), beschäftigt sich das führende (Bar)Magazin mit dem Begriff Highball?
 

Ja, und das ist auch gut so. Es sind die Zeiten, in denen wir innehalten sollten und uns auf das Wesentliche, auf die Details des Alltäglichen, konzentrieren sollten. Autor Peter Eichhorn sieht in "Das Getränkebuch" nach und hat auch seinen Schraemli auf den Knien als er dem Begriff Highball nachjagt. Das verleitet zu einer Minirechercheschmökerei in anderen wegweisenden, deutschsprachigen Sachbüchlein. 

"Mix Mit Mir - Das Cocktailbuch für alle Gelegenheiten" kommt seinem Anspruch ziemlich nahe und weist schon 1962 den Gin und Tonic aus, der "eine Schnitte Zitrone" enthält. Aber weiter: "In ein 1/4-Liter-Glas gibt man die Zutaten und füllt mit Mineralwasser (Tonic-Water) auf." Hm. Vergessen wir das Wasser mal, so kommen wir der Sache schon ziemlich auf den Grund: Das 1/4-Liter-Glas. John W. Smith (Barkeeper) schreibt in "So mixe ich für meine Freunde - Ein Cocktailbuch" Sätze wie "Die Holländer nehmen statt Gin Genever." und serviert den Gin and Tonic ganz nonchalent im "Tumbler (Whiskyglas)". In selbigem fände man dann auch "eine Scheibe Zitrone ohne Schale und ohne Kerne". Lobenswert! Aber da hätte er lieber mal bei Wikipedia nachgegooglet der Herr Smith.

Dort verweist der deutsche Eintrag auf F. Scott Fitzgeralds Werke, wo unser Highball zum Inventar gehören soll. Dazu müsste man bei Gelegenheit in "Der große Gatsby" nachlesen. Tu ich jetzt aber nicht und schau mir auch nicht den passenden Streifen "Highball" an, sondern blättere lieber online im "Field Guide To Cocktails" von Rob Chirico, wo auch gleich der Lowball erklärt wird. Ha! Tumbler, hä?

Es ist wohl wirklich so, dass es - ganz unspektakulär - nur um ein relativ hohes, schlankes Limonadenglas ging. Obwohl... In "Wir mixen!" vom VEB Fachbuchverlag Leipzig wird der Whisky bzw Gin für den Whisky-Soda bzw. den Gin-Soda im Becherglas oder Kognakschwenker serviert und dem Gast die Möglichkeit gegeben, "durch Auffüllen mit Sodawasser... das Getränk selbst zu vollenden...". Sehr schön und sehr richtig. Und doch haben wir hier wieder den vermaledeiten Schwenker (oder eben das Ballonglas), der schon Herrn Eichhorn zu schaffen machte. Egal - wir wollten ja innehalten...

Zum Abschluss noch ein Tip aus der letztgenannten Publikation (die ich uneingeschränkt empfehlen kann): "Nach Wunsch Eisstücke einlegen."

Dienstag, 24. Juli 2012

Old English Gin oder "Endlich mal ein neuer Gin!"


Die/Der aktuelle Gin Craze geht weiter. Kein neuer Gin ohne eigene Homestory, ob es nun um den Erfinder der Rezeptur, den Ort der Destillation oder die Vielzahl an (geheimen) Botanicals geht. Auch der seit kurzer Zeit in Deutschland erhältliche "Old English Gin" (44% Vol., 0,7l, um 30 EUR) aus dem Hause "Hammer & Son Ltd." ("Geranium" Gin) kann mit mehr oder weniger nützlichen Zusatzinformationen aufwarten. Als da wären: "Ein Rezept von 1783", "die älteste noch betriebene Brennblase Englands" und ein aufseheneregendes Packaging mit einer gebrauchten Champagnerflasche, weichem (!) Wachsüberzug über dem Naturkorken und - finde ich großartig - abblätternde Ökofarbe bei der Beschriftung inklusive.

Der Witz bei der Sache: Der "Old English Gin" schmeckt einfach gut. Das Zeug wird in der "Langley Distillery" (u.a. auch "Martin Miller's") unter Zugabe von 11 Botanicals gebrannt und dann in der Londoner "Thames Distillery" direkt vor der Abfüllung mit 4 Gramm Zucker pro Liter gesüßt. Was in grauer Vorzeit aufgrund der mangelnden Qualität der Brände nötig war, ist hier ein, wie ich finde, abrundendes Element. Ansonsten haben wir einen ganz normalen Vertreter der Gattung "London Dry Gin", den ich aufgrund seiner Wachholderlastigkeit als einen Traditional Gin bezeichnen möchte. Besonders cremig ist er auch - hätte ich fast vergessen. Weitere Tastingnotes gibt hier und da nachzulesen. Das Geschmacksprofil schreit geradezu nach Tom Collins und einem ordentlichen Ramos. Hmmm...

Hier noch schnell der Vergleich mit zwei bislang schon erhältlichen Gins, die sich "Old Tom" schimpfen. Der "Hayman's Old Tom Gin" (40%, 0,7l, ab ca. 18 EUR) ähnelt dem "Old English" zwar, hat aber weder dessen Komplexität noch Durchschlagskraft. Ein ganz anderer Geselle ist der abgrundtief würzige (Süßholz!) "Jensen's Old Tom Gin" (43% Vol., 0,7l ab ca. 26 EUR) des Dänen Christian Jensen, der im Vergleich ruppig und sehr konzentriert wirkt, wo der "Old English" ausgewogen, rund und elegant ist. Ausgerechnet zwei Dänen stehen an der Old Tom/English Gin-Front in der ersten Reihe. Mother's Ruin!

Mittwoch, 18. Juli 2012

Sipsmith G'n'T Tour 2012 - Passion For Traditional Gin - Updated

wad unterbricht kurz die Sommerpause, um von einer kleinen, feinen Veranstaltung zu berichten - der "Sipsmith" G'n'T City Tour 2012, die am Montag in "Mauros Negroni Club" in München gestartet wurde und heute in Frankfurt Station gemacht hat (weitere Termine folgen im Herbst in Hamburg und Berlin). Präsentiert wurden mit "Sipsmith London Dry Gin", "Sipsmith Barley Vodka" und "Sipsmith Summer Cup" drei Produkte, die z.T. schon länger in Deutschland erhältlich, allerdings erst seit kurzer Zeit im Vertrieb der "DTS-W GmbH" (Cocchi, Rum Nation, Ron Millonario,...) zu finden sind.
So konnte Tobias Keuper von "DTS-W" mit Sam Galsworthy einen der Firmengründer und mit dem internationalen Spirituosen- und Cocktailexperten, -autor und -historiker Jared Brown gar den Master Distiller von "Sipsmith Independent Spirits" begrüßen. Die beiden stellten dann auch ihre Firma und die Herstellungsmethoden ausführlich vor. An dieser Stelle spare ich mir größere Ausführungen, sondern verweise auf den kürzlich in der Onlineausgabe des "CLASS"-Magazins veröffentlichten Report, wo wirklich jedes Detail Erwähnung findet.

Trotzdem muss an dieser Stelle auf das eine oder andere hingewiesen werden, da sich in bislang veröffentlichten Pressemitteilungen/-berichten Fehler eingeschlichen haben  So stammt die Brennanlage Prudence der Londoner stammt nicht aus Bayern, sondern aus Baden-Württemberg (von der renommierten und weltweit bekannten Firma "Carl GmbH"). Es handelt sich bei "Sipsmith Barley Vodka" nicht um Roggenwodka und die Destilliersäule von Prudence wird nur für die Wodkaproduktion - nicht für die spätere Gindestillation (nur ein Destillationsvorgang mit Botanicals, One-Shot-Methode) - genutzt. Bin ich heute besonders rechthaberisch? - Liegt wohl an der Pause...

Wichtiger neben all diesen Informationen sind aber die angebotenen Spirituosen. Als mir der "Sipsmith London Dry Gin" (41,6% Vol., Batch 019 vom 12.11.2009 übrigens) - mittlerweile mit zahlreichen Auszeichnungen gesegnet, u.a. dem Mixology Bar Award - Anfang 2010 ins Haus segelte, dachte ich mir einfach nur: Ein verdammt guter Gin! Von dieser Meinung bin ich keinen Millimeter abgerückt auch wenn andere ihm viel besser lobhuldigten oder ihn auch einfach nicht so sehr mochten. Dass man heute fast schon "ein wachholderlastiger Gin" dazusagen muss, ist eigentlich ein Witz.

Der "Sipsmith Barley Vodka" (40% Vol.) ist kein verdammt guter Wodka - naja vielleicht schon -, aber er ist ein verdammt cremiger Vertreter seiner Zunft. Und, wie Jared Brown anmerkte, erinnert er an so manchen feinen schottischen New Make - ist ja auch ein Gerstendestillat.

Ein für Deutschland neues Produkt ist der "Sipsmith Summer Cup" (auf Ginbasis mit 29% Vol.). Gegenüber dem Primus "Pimm's" ist der aber trockener, fruchtiger und irgendwie vielschichtiger. Jareds Vergleich mit einem italienischen Amaro konnte ich gut nachvollziehen. Ein besonders fruchtiger Amaro allerdings. Ich werde den Knabe mal als Ersatz für roten Vermouth, z.B. im Manhattan oder Negroni, probieren - das könnte ganz gut klappen. Die klassische Rezeptur ruft aber nach Zitronenlimonade und frischen Früchten. Eine "Royale" Version mit 25ml "Summer Cup, 25ml Zitronensaft aufgegossen mit Champagner hört sich aber auch recht sprizzig an. "DTS-W" wird ihn in ein paar Wochen im Programm haben, was übrigens auch für den "Sipsmith Sloe Gin" (29% Vol.) gilt. Selbiger wird wie alle "Sipsmiths" handwerklich hergestellt, um das qualitativ Bestmögliche zu erreichen.

Mit ihren Erfolgen sind die Engländer aber auch an die Grenzen ihrer Produktionskapazitäten gestoßen. Nicht mehr als 300 Flaschen pro Batch bei rund 80.000 Flaschen pro Jahr bedeutet, dass Prudence voll ausgelastet ist und deshalb bald ein größeres Schwestermodell bekommen soll. Dann kann sich Jared Brown auch einer völlig neuentwickelten Ginspezialität widmen. Eine inoffizielle Kostprobe hatte der Mastermind dann natürlich auch noch aus der Tasche gezaubert: Ein Destillat, dessen Anteile an Wacholder, Koriander und Zitronenverbene praktisch verdoppelt waren ergab einen extrem grapefruitlastigen "Gin" - mit über 80% Vol. Wir dürfen wirklich gespannt sein, was uns aus seiner "Hexenküche" in der Zukunft noch alles aufgetischt wird...

Nach Tasting, G'n'Ts (bevorzugt wird übrigens "Fever Tree"), Summer Cup und Häppchen gab es Gelegenheit zum ausführlichen Austausch von Barkeepergeschichten über erst kürzlich aufgefundene Fotografien von Harry Johnson etc.pp. Ich konnte mich zwischen die Browns und Mahjoubs mogeln und Jared ein paar Fragen stellen.

whatadrink!: Jared, zunächst eine Frage, die Du in Deinem Vortrag eigentlich schon
 beantwortet hast. Warum bist Du Master Distiller für "Sipsmith" geworden? Du sagtest, dass Du die passion for a traditional gin mit Deinen jetzigen Mitstreitern teilst.

Jared Brown: Als ich Sam und Fairfax traf, war das auf einer Negroniparty in der "Beefeater" Distillery, wo wir von Geraldine Coates (u.a. Autorin von "The Mixellany Guide To Gin") vorgestellt wurden. Und sie sagte: "Jared, diese beiden Herren hier sind von den amerikanischen Distillern inspiriert und sie wollen so etwas hier in England auf die Beine stellen. Du kennst Dich doch ein bisschen damit aus." Und ich sagte: "Ja, ich weiß ein bisschen was darüber." Sam und Fairfax kannten eine Distillery in Idaho namens "Bardenay", für die meine Frau und ich seinerzeit das Ginrezept entwickelt hatten. So sprachen wir über Gin und was wir daran besonders mochten. Der gemeinsame Nenner war traditional gin, denn traditional gin ist der einzig wahre Gin. Jeder, der Gin herstellt und den Begriff Gin so neudefiniert, damit dieser Begriff zu seinem Produkt passt, kann keinen Gin machen. Gin ist die komplexeste Spirituose, die man herstellen kann. Für mich bedeutet daher mastery of gin, dass man traditionellen Gin herstellt. Ich liebe es mit tradionellem Equipment und mit traditionellen Botanicals zu arbeiten. Ich besitze eine ganze Sammlung von alten Büchern mit Destillationsrezepten und ich habe mich da durchgearbeitet auf der Suche nach einem Urrezept, dass ich dann als Ausgangspunkt nehmen wollte. Da keine zwei Stills gleich arbeiten, muss man für jede Still ein eigenes Rezept entwickeln. Und das ist uns hier gelungen. Ich sagte bewusst gelungen, da das ein Gin ist, den wir gerne trinken.

wad: Ich hatte meine erste Flasche Anfang 2010 bekommen. Kam da nicht auch "Beefeater 24" raus?

JB: Ja, wir kamen knapp vor dem "24" - übrigens ein ganz hervorragender Gin - auf den Markt. Meine Frau und ich hatten die große Ehre von unserem Freund Desmond Payne, dem Master Distiller von "Beefeater", über rund zwei Jahre immer wieder zu Tastings während seiner Entwicklung des "24" eingeladen zu werden. So haben wir den Weg dieses Gins von der Geburt bis zur ersten Abfüllung mitverfolgen können. Ich muss sagen, dass ich von Desmond sehr viel gelernt habe.

wad: Wir leben in einer Zeit, in der laufend - fast wöchentlich - neue Gins auf den Markt kommen. Wenn man in die großen Onlineshops in England, Deutschland oder Spanien schaut, sieht man eine unglaubliche Auswahl. Was wird die Zukunft bringen?

JB: Das ist eine sehr gute Frage. Wenn so viele Gins auf dem Markt sind, passieren zwei Dinge. Wenn man in eine Bar geht, wird der Barkeeper nicht mehr sagen können "Wir sind eine "Tanqueray" Bar oder eine "Beefeater" Bar, denn das wäre, als ob man in eine Küche geht und der Koch sagt "Das ist eine Basilikumküche. Knoblauch? Niemals! Basilikum ist das einzig Wahre!". Denn anders als bei Wodkas schmecken zwei dieser vielen Gins niemals gleich. Manche sind gut. Manche sind großartig. Manche sind nicht so gut. Die Differenzierung von Seiten der Konsumenten wächst sehr schnell und das widerum beeinflusst die Auswahl in der Bar. Und damit meine ich nicht die Flasche, die einmal gekauft wird und über Monate in der Backbar steht, sondern die Marken von denen mehr und mehr verkauft werden. Und es gibt so wundervolle traditionelle Gins hinter den Bars und jeder hat seinen Platz. Ich denke, die Ginkategorie wird andere Spirituosenkategorien zur Seite schieben. Von manchen braucht man keine 7 oder 10 verschiedenen Marken. Bei Gin braucht man die auf jeden Fall.

wad: Du glaubst, dass dieser Raum bei Gin noch da ist?

JB: Ja natürlich. In dieser Kategorie ist noch viel Raum für viele neue Gins. "Sipsmith" soll ja auch nicht in jeder Bar auf der Welt sein. Wir können ja gar nicht so viel herstellen. Wir verkaufen bislang nicht in die USA, da wir die Nachfrage gar nicht befriedigen könnten. Wir wären erstmal damit zufrieden zu wachsen und all die Leute zu versorgen, die unseren Gin in Europa haben wollen.

wad: Werner Obalski hat vorhin gefragt, warum keine Variante mit höherem Alkoholgehalt  existiert. Ich stelle die Frage mal anders: Warum wird "Sipsmith London Dry Gin" mit 41,6% Vol. abgefüllt?

JB: Den Alkoholgehalt eines Gins einzustellen ist, wie wenn man das Verhältnis der Botanicals zu einander einstellt, denn deer Alkoholgehalt bestimmt, wie die Botanicals während des Trinkens zum Vorschein kommen. Wenn Du irgendjemanden frägst, der über eine längere Zeit Gin herstellt, wird er Dir sagen, dass die ideale Alkoholstärke zwischen 41 und 43% Vol. liegt um die Eigenschaften der Botanicals zu bewahren und sie in einem Drink hervortreten zu lassen. Wir haben unsere Tests bei 40% Vol. begonnen und sind bis 49% Vol. gegangen. Und die 41,6% Vol.-Version hat in allen Blindtastings gewonnen. Und wir saßen nicht da und haben uns über Zahlen unterhalten, sondern wir tranken Martinis und G'n'Ts.

wad: Scheint mir der beste Weg zu sein.

JB: Natürlich. Das geht nur auf dem Wege, wie Gin konsumiert wird. Nicht straight und im Nosingglas, sondern mit Freunden und etwas zum Essen dazu. Das hat uns letztlich dazu geführt die richtige Stärke für unseren Gin zu finden. Sam sagte vorhin, dass wir eine komplett neue Expression mit höherem Alkoholgehalt entwickeln. Die braucht auch eine komplett neue Formel, da der höhere Alkoholgehalt den Wacholdergeschmack stark beeinflusst. Es gibt einen sehr populären Gin mit regulärer Alkoholstärke für dessen Variante mit höherem Alkoholgehalt man die gleiche Rezeptur verwendet. Es ist einer der Top-Selling-Gins heutzutage, aber man kann den Wacholder nicht mehr schmecken, da er vom höheren Alkoholgehalt unterdrückt wird. Mit unserem Gin wird es dieses Problem nicht geben. Dafür werde ich sorgen. Bei uns wird einem der Wacholder im Ohr sitzen und rufen "Ich bins: Der Wacholder!"

(Foto von John Hofmann)

wad: "Sipsmith" erweitert seine Kapazitäten mit einer zweiten Still. Wie wird die aussehen?

JB: Wir kaufen eine größere Destillieranlage, aber im gleichen Design, denn wir sind so zufrieden mit dem starken Reflux in Prudence.

wad: Mir ist die Form des oberen Teils von Prudence aufgefallen. Der Kopf sieht aus wie zwei aufeinandersitzende Kegel und ist nicht rund oder zwiebelförmig.

JB: Ja, stimmt. Wir haben auch einen 90°-Schwanenhals, der weiteren Reflux zulässt. Wenn man sich viele Whiskystills in Schottland ansieht, sieht man, dass sich diese stark verjüngen und dann den Schwanenhals in spitzem Winkel nach unten abfällt. Das macht Reflux nur in geringem Maße möglich.

Mehr Fotos hier...
Update:

Mittlerweile ist die oben angekündigte weitere Ausgabe des Sipsmith London Dry Gin erhältlich. Hinter dem schnöden Namenszusatz V.J.O.P. verbirgt sich ein extrem wachholderlastiger, hochprozentiger Mixgin der mit satten 57,7% Vol. (0,7l knapp unter 50 EUR) um sich ballert. Gratulation, Meister Brown

Die ersten 360 Flaschen aus Batch #1 (gesamt 1.800 Flaschen) für Deutschland sind (fast) weg - mehr davon kommt Ende Januar/Anfang Februar in den Handel.

Samstag, 14. Mai 2011

Alambic Classique - Special Caribbean Gin 13y

Nach der aufsehenerregenden Präsentation eines 12 Jahre gelagerten Gins, der zudem ein Fassfinish in einem Islay-Whiskyfass erhalten hatte, vor einem Jahr konnte die Bad Wörishofener Firma "Alambic Classique" dieser Tage eine weitere exotische Ginabfüllung aus Schottland präsentieren.Das "nur leicht filtrierte" Destillat namens "Alambic's Special Caribbean Gin" hat eine (Aha!) 13-jährige Fasslagerung hinter sich. Die letzten zwei Jahre davon hat es in einem Ex-Rumcask verbracht. Nun steckt es in 272 Flaschen. Die Alkoholstärke ist ebenfalls rekordverdächtig: 65,5% Vol. Das sei die Originalfassstärke und zudem habe man auf eine nachträgliche Färbung verzichtet - so die offizielle Verlautbarung. Zum Hersteller, verwendeten Botanicals und Herstellungsweise gibt es keine Infos. Auch gut.

Der bernsteinfarbene "Old Single Cask Super Premium Gin" ist einen Ticken dunkler als die Vorjahresversion. In der Nase zeigen sich aber wieder Citrustöne, appetitfördernde maritime Kräuter und etwas Vanille. Einige Tropfen Wasser fördern diesen Eindruck. Dort wo der "Special Islay Gin" trocken war und Pfeffer aufweisen konnte, kommt jetzt der Rumeinfluss des "Caribbean" durch: Vanille setzt sich fort, bleibt aber frisch und delikat; Thymiansirup und ein Hauch Minze vor dem langen, weichen Abgang.

"Alambic's" neuer Gin ist definitiv wieder außerordentlich - ein Stoff, der sich für Juleps geradezu aufdrängt. Mit einem Tröpfchen zusätzlich würzender Bitters (z.B. der "Zacapa Bitters" aus dem Hause Diageo/Meinke) einer Citruszeste und einer Eiskugel ergibt er aber auch einen wunderbaren OF. Hmmm.

Ob sich ein Dry Gin-Purist mit diesen Whisky- bzw. Rum-Gins anfreunden kann, kann ich nicht beurteilen. Der aufgeschlossene Connaisseur sollte zumindest einmal seine Sinnesorgane mit diesen Flüssigkeiten in engeren Kontakt bringen. Erhältlich ist die aktuelle Abfüllung bei einigen wenigen Onlinehändlern bzw. wird dort in den nächsten Tagen gelistet. Preis: knapp unter 60 EUR / 0,7l. Der "Special Islay Gin" dürfte bereits ausverkauft sein.

Sonntag, 17. April 2011

Hendrick's Deconstruction Workshop

Xavier Padovani, weltbekannter Mixologe und langjähriger Markenbotschafter für "Hendrick's" Gin, lud kürzlich in die "Goldene Bar" in München ein, um rund 30 anwesenden Bartendern Wissenswertes rund um "Hendrick's" Gin zu vermitteln.
Bevor es um die Herstellungsweise des bekannten "Gurkengins" ging, gab Xavier einige Daten zu "Hendrick's" (Vertrieb in 62 Ländern!), der geschichtlichen Entwicklung eines medizinischen Tonikums über Jenever zum heutigen London Dry Gin und den aktuellen gesetzlichen Ginkategorien zum besten.Neben allerlei Know-How zu Essenzen und Botanicals finde ich besonders bemerkenswert, dass der "Hendrick's" aus zwei auf verschiedene Weise hergestellten Destillaten geblendet wird. Zum einen wird ein relativ schwerer Brand im klassischen Potstillverfahren (hier eine Bennett Still, die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt) mit Botanicals, die 24-36 Stunden in Neutralsprit eingeweicht wurden, gewonnen. Zum anderen kommt eine Carterhead Still aus dem Hause John Dore (aus dem Jahr 1948) zum Einsatz in deren Lyne Arm ein Korb mit den gleichen Botanicals wie in der Bennett Still (wenn auch in anderer Zusammensetzung) montiert ist. Hier kommt also erst der Alkoholdampf mit Wacholder, Koriander etc. in Berührung. Das Resultat - ein wesentlich leichteres - Destillat wird anschliessend mit dem schwereren Bruder vereinigt, wobei das Mischungsverhältnis nicht offiziell preisgegeben wird. Verwendung findet jeweils nur der Middlecut mit rund 80% Vol. Zur Vollendung werden Essenzen von holländischer/belgischer Gurke und bulgarischer Damaszener Rose - in äußerst geringen Mengen übrigens - zugegeben. Der so gewonnene Gin wird auf 44,0 bzw. 41,4% Vol. reduziert und in die bekannte Apothekerflasche abgefüllt.
An dieser Stelle noch ein paar zusätzliche Daten (für Ginfreaks). Die im Brennvorgang in der Bennett Still verwendete Orangenschale wird im Gegensatz zu der in der Carterhead Still verwendeten zerkleinert. Destillate aus Carterhead Stills wurden früher zur Reinigung anderer Brennanlagen verwendet. Der superleichte "Bombay Sapphire" Gin wird ebenfalls mittels Verwendung einer Carterhead Still hergestellt. Die Destillerie des Hauses William Grant, zu dem "Hendrick's" gehört, stellt auch den Old Tom Gin des Dorchester Hotels her.

Verkostet wurden im Rahmen der Deconstruction die Ausgangsdestillate, deren Kombination, die beiden eingesetzten Essenzen (nur Nosing in stark verdünnter Lösung), der fertige Hendrick's mit 70% Vol. und der im Handel erhältliche 44%ige Gin. Dabei fiel mir v.a. die hochprozentige Variante durch ihre extreme Weichheit auf.

In der Folge stürzten sich die Teilnehmer mit großem Appetit auf das erstklassige Buffett und mit Fragen auf den Referenten. Bei G&T - natürlich mit Gurke - ging ein informativer Abend zu Ende.

Hayman's - Broker's - Smith & Cross

Ins Münchner Wasserwerk luden Barzirkel und "Sierra Madre" zu einer Lektion in Sachen Gin und Jamaica Rum ein. Oliver von Carnap (derzeit Barchef im Hotel Lux) führte durch das Programm und begann mit einer kleinen Zeitreise durch die Entstehungsgeschichte der Spirituosen im allgemeinen und des Gin im besonderen. Dabei wurde auch kurz die Firmenhistorie des Hauses "Hayman" und die Verbindungen zu "Beefeater" beleuchtet.
Verkostet wurden im Anschluss "Hayman's" Sloe Gin, ein 26%iger Schlehen-Ginlikör, und im Vergleich dazu der ähnlich angelegte Sloe Gin von "Gordon's". Mir gefiel der spritzige "Hayman's" besser, denn der "Gordon's" wirkte doch etwas plump und zu zuckrig. Ähnlich positiv fiel das Urteil zu "Hayman's" Old Tom Gin (40% Vol.) aus, der es mit dem in Deutschland produzierten "Both's" Old Tom Gin (47% Vol.) aufnehmen musste. Während der gesüßte Verteter von der Insel wesentlich mehr beim Wacholder steht, hat "Both's" ein komplexes Kräuteraroma mit Citrusnase, minziger Frische und leichten Bitternoten - nicht schlecht, aber der "Hayman's" erscheint eben mehr als Gin und weniger als Kräuterdestillat.


Zu guter letzt standen sich noch "Broker's" London Dry Gin und "Beefeater" London Dry Gin gegenüber. Beide werden mit 47% Vol. abgefüllt. Wer den "Broker's" schon kennt und sich von dessen Äußerlichkeiten ("Innen gut, außen mit Hut") nicht abschrecken lässt, weiß auch um dessen Stärken: klare Wacholderausrichtung, runder Brand, crispy Finish. Das Fazit der Runde war so auch durchaus positiv und der Banker braucht sich hinter den Wachhabenden nicht zu verstecken.
Da "Sierra Madre" den Deutschlandvertrieb für den wiedererschaffenen Rumblend "Smith & Cross" (57% Vol.) übernommen hat und dieses Produkt auch mit "Hayman's" in Verbindung steht, bot Herr von Carnap auch hierzu noch einige Informationen. "S&C" wird aus zwei jamaikanischen Pot Still-Rumsorten von der Hampden Estate namens Wedderburn und Plummer in London geblended und verkörpert den Archetyp des schweren full-bodied Jamaica Rums. Er ist sehr fruchtig und hat einen hohen Esteranteil. Damit ist er definitiv kein Sippingrum, sondern steht für Cocktails bereit, die nach hocharomatischem Rum verlangen. Auch im Tikidrink macht er so eine gute Figur. Das Tasteforum stimmte jedenfalls Herrn von Carnap zu als der ihn zum "full contact rum" erklärte. Yeah! Ich bin ebenfalls sehr angetan, da damit ein guter und erschwinglicher Ersatz für den mittlerweile sehr raren "Inner Circle Green Dot" gefunden ist.
In der abschliessenden Openbarsession wurden unzählige Gin- und Rumdrinks kreiert und serviert, deren Rezepte bald in einem kleinen Booklet erscheinen sollen. Hier schon vorab mein...

Kiss The
Carpet Carnap

4cl Smith & Cross O.P. Rum

4cl Kirschpüree (Ponthier)

2cl Crème De Cacao Blanc (Briottet)

2 Dash Mozart Chocolate Bitters
shake & strain in Cocktailschale

Donnerstag, 17. März 2011

DIAGEO RESERVE World Class 2011 - hier: "Tanqueray 10"-Training

Mit Angus Winchester als Aushängeschild machte die Gin-Trainingstour zur "DIAGEO RESERVE World Class" 2011 Station im Münchner "Schumann's", um an einem sonnigen Vorfrühlingsnachmittag die bayerische Bartendergilde mit Fakten und praktischen Tips zu versorgen. Zudem wurde unter den Augen von Godfather Charles Schumann gemuddlet, gemixt und gerührt.
Bevor es aber in die heilige Halle an Deutschlands berühmteste Bar ging, bot Angus Winchester, seines Zeichens "Tanqueray" Brand Ambassador, einer der bekanntesten Fachmänner weltweit und der Mann nach dem mindestens drei Cocktails benannt wurden, alle erdenklichen Infos zu "Tanqueray Ten", dessen Brüdern und der internationalen Barszene. Aus diesem umfangreichen Material möchte ich nur ein paar Punkte herauspicken:
"Tanqueray Ten" wird in zwei Schritten produziert. Zunächst wird in der relativ kleinen Brennblase namens "Tiny Ten" das "Zitrusherz" des Premiumgins hergestellt. Dazu werden frische Grapefruits, Limetten und Orangen (keine Zitronen!) in dreifach destilliertem Neutralalkohol, der auch an Ort und Stelle - der Cameronbridge Destillery - gewonnen wird, gebrannt. Erstaunlich ist, dass für rund 6.000 Liter des Endprodukts nur eine Orange verwendet wird. In eine Mischung aus diesem Destillat, weiterem Neutralsprit und Wasser werden nun die klassischen vier Tanqueray-Botanicals Wacholderbeeren (Toskana), Koriandersamen (Bulgarien), Lakritz (Spanien) und Angelikawurzel (Norddeutschland) zuzüglich Kamille gegeben und in der größeren Still namens No.4 weiterverarbeitet. Alle "Tanqueray"-Gins werden im One-Shot-Verfahren hergestellt. Vor der Abfüllung in die grüne, schlanke Flasche wird der Stoff auf bekanntlich 47,3% Vol. herabgesetzt. Auf meine Frage, ob denn wirklich ein höherer Anteil Wacholder in "Tanqueray Ten" als im Standard-"Tanqueray" "Special Dry" stecken, meinte Angus, dass nur der Familie und dem aktuellen Master Distiller das genaue Rezept bekannt sei. Er könne diese Information daher nicht bestätigen, kann aber sagen, dass das Verhältnis der vier Botanicals zueinander im "Ten" ein anderes ist als im "Special Dry".

Dafür konnte Mr. Winchester die Herkunft des Flaschendesigns für den "Special Dry" lüften. Und Überraschung: Die Story, dass hier die Form eines Cocktailshakers Pate stand, ist die reine Wahrheit, denn Angus hatte bei "Tanqueray" selbst ein Schriftstück in der Hand, in dem der Flaschenhersteller seinerzeit Bezug zu einer Lieferung von Musterflaschen in Shakerform nahm. Bingo. Verkostet wurde neben "Ten" und "Special Dry" der für den U.S-Markt produzierte "Rangpur".
In der Folge ging es um aktuelle Bartrends und da fielen Begriffe wie Zitrusfrüchte, Kräuter, lokale Zutaten, (orientalische) Gewürze, Honig, Bitters, Sherryrevival, sweeting agents, Pfeffer, barrel-aged Cocktails, Salz und Essig (Shrubb!). Schöne, bunte Cocktailwelt! Außerdem präsentierte Angus eine Reihe alter bzw. handgefertigter Barwerkzeuge. DAS Tool der näheren Zukunft könnte übrigens der Rotavap werden...
Die auf vierköpfige Teams aufgeteilten Bartender machten sich dann an die Arbeit, den reich gedeckten Zutatentisch zu erforschen und damit - und natürlich "Tanqueray Ten" - die jeweilige Vorgabe einer Cocktailinterpretation (Bronx, Cobbler, Gimlet,...) zu erfüllen. Diese wurden dann vor den Juroren Angus Winchester und Charles Schumann zubereitet und mit dazu gehörenden Erläuterungen serviert. Ein Cocktail für Charles an dessen eigener Bar zu mixen ist schon "World Class". Stellvertretend für die Kreationen der Münchner hier der "Siegerdrink" von Team 3 (Lukas Motejzik, Claudius Brudnjak, Johannes Möhring und Sven Körper), das anschließend noch Angus' neuem Muddler auf den Nickname "Stenz" taufte:

Rhubrica Club Gimlet

5cl Tanqueray Ten
3cl Rhabarbersaft
1,5cl Lime Cordial (homemade)
5 Stück Kardamon
4 Streifen roter Paprika

Paprika und Kardamon muddlen und mit den anderen Zutaten auf Eis shaken, fine strain in Martiniglas, Deko: Limettentwist und ein TL von australischen Finger Lime Cores infused in Tanqueray Ten, Chartreuse Verte und Zuckersirup;

Donnerstag, 1. Juli 2010

The Duke - Munich Dry Gin

Letzte Woche hatte ich das Vergnügen zu Gast bei einer Besichtigung der Persephone Destillerie in München sein zu dürfen, wo bekanntlich die beiden Produkte "The Duke - Munich Dry Gin" und "Max und Daniel´s Ingwer Liqueur" produziert werden. Nach einer kurzen Begrüßung, zu der auch die beiden Firmeninhaber Maximilian Schauerte und Daniel Schönecker anwesend waren, führte Herr Hoppe, seines Zeichens früherer Produktionsleiter der Firma Riemerschmied und väterlicher Berater des Unternehmens, durch die rund 2 Stunden dauernde Veranstaltung. Neben dem ausführlichen Vortrag von Herrn Hoppe gab es natürlich die beiden Produkte sowie die klassische Ginmixtur "Gin & Tonic" zu verkosten.

Über "The Duke" und seine besonderen Eigenschaften - wie z.B. seine Bio-Zertifizierung - wurde schon einiges geschrieben und auch die Firmenhomepage liefert ausführliche Informationen. Daher nutzte ich die Gelegenheit Herrn Hoppe die eine oder andere Frage zu stellen. Die folgenden Informationen sollten daher nur als Ergänzung des bereits allseits bekannten Materials gesehen werden.

Dass es sich beim "Herzog" um einen Vertreter der "London Dry Gin"-Klasse handelt, läßt sich schon dem Namen entnehmen. Der Gin wird nach dem Rohbrand zweimal feindestilliert. Bei der Herstellung des Rohbrandes aus 96,5%igem Alkohol aus Bioweizen werden auch die 13 Botanicals zugesetzt. Diese z.T. geheime Mischung darf vor dem Destillationsvorgang "über Nacht" in der Brennblase verweilen. Nach dem zweiten und dritten Durchlauf (dann auch mit dem Verstärker in Säulenform - siehe Fotos) wird das Produkt einen Monat in kleinen Stahltanks gelagert und anschließend mit enthärtetem Wasser auf die Trinkstärke von 45% Vol. herabgesetzt und abgefüllt. Verschiedene Chargen werden nicht geblendet. "The Duke" ist also ein echter "Small-Batch-Gin". Damit sind theoretisch zwar Schwankungen in der Geschmacksausbildung einzelner Chargen möglich. Nach Herrn Hoppe sind diese - sofern überhaupt bemerkbar - allerdings minimal. Zu den Botanicals gehören auch frische Bio-Zitronenschalen die in der Destillerie von Hand geschält und direkt in die Anlage (gebaut von der Firma Carl) gegeben werden.

Ich finde, dass das Ziel, einen besonders weichen Gin mit deutlichem Wacholdercharakter zu kreieren, mit großer Bravour erreicht wurde. "The Duke" harmonisiert mit prägnanteren Tonics ebenso wie mit fragileren Vertretern im G&T prächtig. Ich empfehle hier "Fevertree". Auch läßt sich das vielseitige Wesen des "Munich Dry" durch Zugabe von Zitronen-, Orangen- oder Grapefruittwist herausarbeiten. Mit der wermutlastigen Bio-Kräuterlimonade "Now - White Bitter" und einem Schuß Zitronensaft läßt sich außerdem ein Longdrink zusammenstellen, der eine interessante Alternative zum G&T bietet. Auch hier geht der feine Herr nicht unter, sondern trägt mit seiner deutlichen Wacholdernote die Aromenvielfalt des Kräutermixers.

Das Biosiegel und die gelungene Etikettierung machen diesen Gin auch optisch fast schon unverwechselbar. Ich persönlich hätte mir noch ein "eigene", prägnante Flasche gewünscht. Aber das lassen die Produktions- und Verkaufszahlen bisher wohl noch nicht zu. Was nicht ist, kann ja noch werden.


Anfragen wegen Destilleriebesichtigungen:
www.theduke-gin.de/kontakt

Dienstag, 25. Mai 2010

Ich glaub´ mich laust der... (zum Launch von Mon(ey)key 47) - Updated!

So, endlich isses soweit. Nach rund 60 Jahren der Vorbereitung landet dieser Tage die erste Charge des Schwarzwald-Gins "Monkey 47" im Fachhandel. Da schon einiges über dieses neue Wacholderschnäpsle geschrieben wurde, spare ich mir Wiederholungen und das Runterleiern der professionellen Werbetexte und füge nur einige Bemerkungen an.

Gleich vorneweg: Der Affe ist ein höchstrespektabler Vertreter seiner trockenen Zunft, hat absolut seine Daseinsberechtigung und macht sowohl gesippt als auch im G&T verdammt viel Spaß. Die aufwendige Entwicklung und Produktion scheinen sich geradewegs auf Zunge und Gaumen (und im Portemonnaie) niederzuschlagen. Mir persönlich schmeichelt die feine aber wohlakzentuierte Wacholder/Waldbeerennase. Neben dem präsenten Wacholder erscheinen Kräuter- und Grapefruitaromen bestens aufeinander abgestimmt. Selbst der leicht pfefferige Abgang ist bestens im 47°-Destillat eingebunden.

Das Wichtigste - sprich: die Spirituose - ist also gelungen. Das Packaging ist vorbildlich und geradezu als detailverliebt zu bezeichnen und die marketinggerechte Story zaubert einem ein Lächeln ins Gesicht (soweit das der erste Schluck Monkey 47 nicht schon getan hat). Vor den einheimischen und erst recht den monatlichen Neuabfüllungen aus dem good old Mutterland des Gins muss sich der junge Primat also gewiss nicht verstecken. Unsere englischen Freunde ergehen sich ja derzeit in der Produktion hochwertigster Dry Gins, vergessen aber ein wenig die innovative Seite.
Das einzige Manko des Monkey von meiner Seite (und das ist nun wirklich ein ganz klitzekleines Haar in der klaren Wacholdersuppe) war das Fehlen von noch detailiierteren Informationen über die Produktionsabläufe (z.B. Vorbereitung der Botanicals, verwendete Geräte), Ausgangstoffe (z.B. Basisspirituose, Herkunft der Botanicals) und weitere interessante Details (z.B. prozentuales Verhältnis zum Vor- und Nachlauf), die über die offizielle Pressemitteilung hinaus gehen. Eine schriftliche Nachfrage meinerseits fand leider kein Gehör im Hause der Black Forest Distillers. Nach einem Interview mit Herrn Stein lieferte Mixology auf Nachfrage eines Bloglesers die gewünschten Informationen nach. Von einem Hersteller aus Deutschland hatte ich mir das auch so erwartet. Kurzum: Viel Erfolg dem Schwarzwald-Äffchen!

(Vor)Bestellen kann man den Probanden derzeit hier.

Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass mir der Hersteller eine Gratisprobe zur Verfügung gestellt hat. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle nochmals sehr herzlich bedanken.

Update: Alles über Brennmeister Christoph Keller finden Sie hier.